Rea Garvey rockte smart in Braunschweig
Braunschweig Eingängig, rockig, mal ein wenig kitschig - der irisch-deutsche Popstar Rea Garvey überzeugte in der Braunschweiger Stadthalle 3000 Fans mit Charme, irischem Akzent und Wohlfühl-Rock.
Quizfrage: Wie heißt der Toningenieur von Rea Garvey? Sven Bonse. Und aus welcher schönen Stadt kommt er? Na, aus Braunschweig.
Seit Dienstagabend wissen das rund 3000 Menschen mehr. Garvey, deutscher Popstar irischer Herkunft, erzählte es seinen Fans gleich zu Beginn seines Konzertes in der Braunschweiger Stadthalle. „Und wenn Sven, mit dem ich schon zehn Jahre zusammenarbeite, hier wohnt, dann muss es eine gute Stadt sein.“
Garvey weiß, wie man ein Publikum für sich einnimmt. Und er weiß, wie man erfolgreiche Popsongs schreibt. Einfache, zurückhaltend instrumentierte Strophe, Steigerung, hymnischer Refrain mit Prachtmelodie, gelegentlich mit Schmackes die Kitschgrenze durchbrechend, geerdet durch eine klassische Rockbandbesetzung. So hat das bei der Gruppe Reamonn funktioniert, mit der Garvey bekannt wurde, und so hält es der 39-Jährige nach der Trennung von den alten Kollegen (die nun mit dem gebürtigen Salzgitteraner Sänger Thomas Hanreich als Stereolove weitermachen) auch als Solostar.
Eine Band begleitet ihn natürlich trotzdem in Braunschweig, Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzeug und eine Backgroundsängerin, die Garvey als seine Schwester Margarita vorstellt. Theoretisch könnte er einen ganzen Familien-Frauen-Chor auf die Bühne stellen: Er ist mit sieben Schwestern aufgewachsen, bevor er mit Mitte 20 sein Glück in Deutschland versuchte. Und definitiv fand.
In der Stadthalle legt er rockig los, mit „Wild Love“ und Songs wie „Sorry days“ und „Colour me in“. Schöne, eingängige Nummern, ziemlich gleichförmig gebaut, aber bevor das auffällt, plaudert Rea, ein großer, gut aussehender Kerl mit Bart und mittellanger Mähne, ein wenig nett daher mit charmantem irischem Akzent. Er kommt sympathisch rüber, locker und selbstironisch. Der nette Typ von nebenan, nur eben Popstar und spätestens seit seiner Rolle als Coach bei der Casting-Show „The Voice of Germany“ auch Fernsehberühmtheit. Sein erfolgreicher Schützling Nick Howard war eigentlich als Gast angekündigt, kam aber doch nicht. Dafür die Schweizer Soulröhre Stefanie Heinzmann, mit der Garvey eine schöne Akustiknummer spielte.
So erhielt die Show eine einfache, aber wirkungsvolle Dramaturgie auf der nicht zu aufwendig gestalteten Bühne. Große Lightshow, Videowände und Filmchen? Fehlanzeige. War auch nicht nötig. Und: Der Sound war gut, Reas aparter Bariton gut zu hören.
Die 3000 Fans gingen den knapp zweistündigen Abend engagiert mit. Seinen aktuellen Hit „Can’t Stand the Silence“ spielte Garvey natürlich auch, den Reamonn-Hit „Supergirl“ nicht. Zum Schluss gab’s nochmal den Opener „Wild Love“. Unerschöpflich ist sein Programm als Solostar noch nicht.
Bleibt nachzutragen: der Rock-Singer-Songwriter Ryan Sheridan und sein wilder Percussionist im Vorprogramm überzeugten ebenfalls.

