Nada Surf mit Perlen des Indie-Pop in Braunschweig
Braunschweig Ihre Lieder sind in TV-Serien wie „How I Met Your Mother“ oder „O.C. California“ zu hören. Gestern waren Nada Surf zu Gast in Braunschweig – und wurden von 500 Fans gefeiert.
Über eingeschworene Indierock-Kreise hinaus bekannt wurde die amerikanische Band Nada Surf dadurch, dass Produzenten angesagter US-Fernsehserien zu ihren Fans zählen. Songs des New Yorker Trios sind in Folgen von „O.C. California“ und „How I Met Your Mother“ zu hören, auch in Kinofilmen wie „Die fetten Jahre sind vorbei“ tauchen sie auf.
Beim Konzert am Donnerstag in Braunschweig war die Meier Music Hall mit rund 500 Fans denn auch gut und generationenübergreifend gefüllt, obwohl die Gruppe in 20 Jahren nie einen echten Hit oder ein kommerziell erfolgreiches Album hatte.
Aber sie kann bezaubernd schwerelose Songs schreiben, über deren silbern perlenden Gitarrenharmonien die helle, geschmeidige Stimme von Sänger und Gitarrist Matthew Caws leuchtet, in den Refrains mehrstimmig unterfüttert von seinen Kollegen Daniel Lorca (Bass) und Ira Elliot (Schlagzeug). Live haben sie sich in Braunschweig noch verstärkt um einen zweiten Gitarristen, Doug Gillard von den Indierock-Kollegen Guided by Voices.
Wollte man die Popmusik in weiße Beat- und schwarze Soulmusik einteilen, dann stünden Nada Surf trotz der Rasta-Mähne von Bassist Lorca eindeutig auf der bleichen Seite und in einer glatten genetischen Linie zu den Beatles. Das heißt: kurze Songs, gerade Rhythmen, prächtige Harmonien, selten Soli. Gepflegter Beat statt brodelnde Ekstase. Dazu kommt, dass die New Yorker Indie-Rocker als solche auch Anti-Rocker sind - jegliches Gepose wird verachtet oder bestenfalls ironisiert. Abgesehen von Lorcas Dreadlocks tragen die vier End-Dreißiger die Haare kurz, die dunklen Herrenoberhemden zugeknöpft, und auf der Bühne behält man den Platz bei, den man zu Beginn eingenommen hat.
Das beweist guten Geschmack, führt aber auch dazu, dass das Konzert in Braunschweig nach einer halben Stunde, in der die entspannte, melancholisch angehauchte Schönheit von Indiepop-Perlen wie „The Weight is a Gift“ bezaubert, ein wenig monoton wird. So gelungen viele Nada-Surf-Song für sich sind, so sind sie doch recht gleichförmig in Aufbau und Atmosphäre, und Feinheiten der Arrangements, die auf Platte klarer herauskommen, gehen in dem anfangs etwas matschigen Klang in der Meier Music Hall unter.
Im letzten Drittel ihres knapp zweistündigen Auftritts in Braunschweig steigern die drei New Yorker die Intensität allerdings noch einmal.
Sänger Matthew Caws kommuniziert zunehmend mit dem sehr dankbaren Publikum. Und man merkt der Band an, dass ihr die Sympathie gut tut, die ihr entgegenwellt in dieser von geschmackvollen Alternative-Rock-Konzerten weitgehend entwöhnten Stadt. Bei den finalen Hits „Always Love“ und „Blankest Year“ singt der ganze Saal mit.
