Kracht erhält Raabe-Preis für seinen Roman „Imperium“
Braunschweig Für seinen umstrittenen Roman „Imperium“ ist der Schriftsteller Christian Kracht am Sonntag mit dem Wilhem-Raabe-Literaturpreis geehrt worden.
Die mit 30 000 Euro ausgestattete Auszeichnung erzählerischer Neuerscheinungen zählt zu den höchstdotierten deutschen Literaturpreisen. Der Preis wird jährlich von der Stadt und vom Deutschlandfunk vergeben. Der 45-Jährige gehört zu den populärsten jüngeren deutschsprachigen Autoren. Aufsehen erregte er bereits 1995 mit seinem Debüt „Faserland“.
In der Jury-Begründung hieß es, die Geschichte der deutschen Kolonien zu Kaiserzeiten sei noch nie „so farbig schillernd, so böse komisch“ und „so pathologisch weltbeglückend“ wie von Kracht erzählt worden. Bei seinem überwiegend von der Kritik gelobten Roman „Imperium“ sah der Schweizer sich aber auch mit Rassismusvorwürfen konfrontiert.
Unter den früheren Preisträgern waren Hermann Hesse, Max Frisch, Siegfried Lenz und in jüngeren Jahren Wolf Haas, Katja Lange-Müller und zuletzt Sibylle Lewitscharoff. Die Auszeichnung erinnert an den Dichter Wilhelm Raabe (1831-1910), der Vertreter des poetischen Realismus war.dpa

