Das Licht wird Raum
Braunschweig Der britische Künstler Anthony McCall zeigt in der Galerie der HBK Braunschweig eine faszinierende Licht-Installation
Erstmal is’ zappenduster. Man tritt vom sonnengleißenden Vorplatz der HBK-Braunschweig durch einen Vorhang in die Galerie. Im Schwarz flimmert nur ein Projektor, der wirft schmale, weiße, geometrische Figuren an die Wand.
Ein Werk des Minimalismus, denkt man und will wieder gehen. Da geschieht plötzlich etwas. Silbergrauer Rauch entfaltet sich im Licht, breitet sich darin aus wie ein filigran zerfließendes Ornament. Ganz und gar lebendig wird die Installation, wenn man den Lichtstrahl betritt. Da schafft der Rauch, der in Abständen aus einer Nebelmaschine quillt, einen imaginären Raum, der Wände hat, eine Ferne, eine Horizontlinie. Assoziationen an Dunstschleier, Wasserflächen, Röhren, ziehende Wolken entstehen.
Der Nebel macht das Licht konkret. Als könnte man es anfassen. Der eigene Körper wird Bestandteil des Werks, indem die geometrischen Linien nun auf ihm erscheinen und sein Schatten an der Wand. In der schlichten schwarzen Box der Galerie öffnet sich der Lichtstrahl wie eine zusätzliche Dimension. Faszinierend.
Der britische Künstler Anthony McCall, der berühmt wurde durch Staubpartikel im Licht von Filmprojektoren, schuf die Installation „You and I Horizontal“ 2005. Sie ist noch bis zum Sonntag in der HBK-Aula zu erleben. Parallel dazu ist eine große Schau von MC-Calls Lichtskulpturen im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen.
McCall ist der erste Künstler in der neuen Reihe „President’s Choice“, die Künstler präsentiert, welche vom HBK-Präsidenten Hubertus von Amelunxen ausgewählt werden.
In Braunschweig noch bis 6. Mai, Fr. und Sa. 13-18 Uhr, So. 11-18 Uhr.
