Arrivare – Ankommen im Wirtschaftswunder Wolfsburgs
Berlin Italiener sind heute Teil der Wolfsburger Gesellschaft. Die Berliner Galeristin Petra Rietz zeigt in Bildern Heinrich Heidersbergers wie es begann.
Nicht mit den Italienern, aber zeitgleich kam Heinrich Heidersberger nach Wolfsburg. Anlässlich des 25. Stadtgründungstages schuf er 1962 ein fotografisches Porträt der jungen Stadt. Den Weg zum Werk, die Arbeitsabläufe und das Verlassen des Werkes stellte er dar, Sport und Kultur. Diese Bilder sind ein „Inbegriff des Wirtschaftswunders“, meint Galeristin Petra Rietz.
Die Foto-Ausstellung „Arrivare / Wolfsburg – Bilder einer Jungen Stadt“ wird im „5. Europäischen Monat der Fotografie 2012“ vom 9. bis 25. November in der St.-Johannes-Evangelist-Kirche in Berlin gezeigt. Die Eröffnung ist dort am Mittwoch, 8. November, 18 Uhr.
Erstmals werden die Arbeitsmigranten aus Italien aus dem 1963 edierten Bildband „Wolfsburg – Bilder einer jungen Stadt“ Heinrich Heidersbergers (1906 – 2006) in einer Auswahl von 70 Schwarz-Weiß-Fotografien herausgelöst. Sie vermitteln so einen tiefen Einblick in das Arbeits- und Freizeitleben der Einwanderer und zeigen in alltäglichen Geschichten den Weg der Integration der ersten Generation von Gastarbeitern beispielhaft am Geschehen in Wolfsburg. Begleitend dazu bietet diese Ausstellung Zeitzeugeninterviews mit Deutschen und Italienern aus Wolfsburg in Audistationen.
Heidersbergers Augenmerk galt, so Petra Rietz, „einer kollektiven Darstellung der Arbeiter und ihres Umfeldes“. Mit den kontemplativen Wolfsburger Ansichten, den Bildern des größten Automobilwerkes des Kontinents und dem Blick auf die rasch anwachsende Bevölkerung der Stadt habe Heidersberger die Nachkriegsmoderne festgehalten in formal und künstlerisch durch Aufgeräumtheit, Perfektion und Schärfe der Fassadenzeichnung sowie steile Perspektiven und rasante Fluchten bestechenden Aufnahmen.
Partner der Berliner Galerie sind das Institut Heidersberger, das städtische Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation sowie das Italienische Kulturinstitut Wolfsburg. Unterstützt wurde das Projekt vom Kulturbüro Sophien Berlin und VW.
