Seltenes Konzert

Wolfsburg  Die Werke sind für Marimba und Harfe.

Marimba und Harfe spielte das Duo Arparimba.

Foto: regios24/Helge Landmann

Marimba und Harfe spielte das Duo Arparimba. Foto: regios24/Helge Landmann

Ein einmaliges musikalisches Ereignis erlebten die Konzertbesucher in der Heilig-Geist-Kirche. Das „Duo Arparimba“, in Zusammenarbeit mit den Domkonzerten in Königslutter von der Stiftung Heilig Geist geholt, spielte im Alvar-Aalto-Kirchenbau Werke in der äußerst seltenen Instrumentierung Marimba und Harfe. „Von Bach bis Rosauro“ überschrieben Harfenistin Gudrun Haag und ihre Tochter Babette (Marimba) ihr Programm.

Sämtliche Arrangements haben die beiden virtuosen Musikerinnen selbst zustande gebracht. Ob sie sich eine Flötensonate von Johann Sebastian Bach oder rumänische Klavier-Volkstänze des ungarischen Komponisten Béla Bartók vorgenommen hatten, stets übertrugen sie die Musik so auf ihre Instrumente, dass sie überzeugten und aufhorchen ließen. Auch an zeitgenössische Kompositionen wie das „Prelude in Classic Style“ von Gordon Young gingen sie beherzt heran. Wer genau hinhörte, entdeckte, dass das Präludium für die Orgel geschrieben wurde.

Der brasilianische Komponist Ney Rosauro hat den beiden Künstlerinnen eigene Stücke gewidmet, in denen sie ihr ganzes Können zeigen konnten. Rainer Lischka nannte sein ihnen zugedachtes Werk „h-a-a-g“ und verwendete diese Töne in besonderer Weise. Einen besonderen Eindruck hinterließ ein Stück, das von ihrer schottischen Kollegin Evelyn Glennie stammt: „Little prayer“. Babette Haag verstand es, die Intensität des Gebetes durch An- und Abschwellen der Töne deutlich werden zu lassen. Es verklang mit einem hauchdünnen Pianissimo.

Die beiden Interpretinnen verstanden es zudem, Geschichte und Entwicklung der Instrumente zu vermitteln. So stammt die Urform der Harfe aus dem dritten Jahrtausend vor Christus, die Marimba aus Afrika. Sie besteht aus hölzernen Klangstäben und wird durch Resonanzröhren verstärkt. Mit zwei Zugaben, Blumensträußen und viel Beifall endete der außergewöhnliche Konzertabend.

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