Vier starke Frauen, vier starke Bücher.

Braunschweig  Hier die Buchtipps von Beate Hornack

"Die Feigheit der Frauen", "Erinnerungen an Anna Achmatowa", "Frauen der Wüste" und "Im Gegenteil. Politisch unkorrekte Ansichten über Frauen"

"Die Feigheit der Frauen", "Erinnerungen an Anna Achmatowa", "Frauen der Wüste" und "Im Gegenteil. Politisch unkorrekte Ansichten über Frauen"

Feige Frauen

Viele Frauen haben viele Pläne im Leben. Und dann kommt ein Mann, ein Kind – schon sitzt frau in der Küche. Allzu bereitwillig lassen sich viele Frauen darauf ein. Hat frau wirklich keine Wahl? Ausbrechen aus den überall aufgestellten Rollenfallen wie Muttersein und Ehe ist nicht so einfach, aber auch nicht unmöglich. Wer dieses Buch liest, wird sich an vielen Stellen ertappt fühlen. Und das ist gut so!

Bascha Mika: „Die Feigheit der Frauen. Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug“. Goldmann, 8,99 Euro.

Liebe und Freundschaft

„Liebe bewährt sich nicht in Katastrophen, sondern in Friedenszeiten. Wir hatten kaum ein menschliches Jahr“, schreibt Nadeschda Mandelstam (1899-1980) über ihre Ehe mit dem Lyriker Ossip Mandelstam. Eine Liebe zu Zeiten Stalins, zur Zeit der großen Säuberungsaktionen in Russland. 1938 stirbt Ossip in den Lagern Stalins. Bewährt hat sich in dieser bedrückenden Zeit die Freundschaft mit der Dichterin Anna Achmatowa (1889-1966). Nadeschda Mandelstam schätzt an Achmatowa vor allem deren Standhaftigkeit, eine „große Tat“ in einer Zeit, in der die Angst regiert und die Menschen zu Feiglingen deformiert.

Nadeschda Mandelstam: „Erinnerungen an Anna Achmatowa“. Suhrkamp, 18,90 Euro.

Wüsten-Frauen

Porträts von Frauen, die in der Wüste leben: Fotos zeigen die faszinierende und vielfältige Landschaft Wüste, für die sich die vorgestellten Frauen bewusst als Lebensraum entschieden haben oder in den sie hineingeboren wurden. Ob die Atacama in Chile, Mojave in den USA, Gobi in China, Namib in Namibia, Negev in Israel, Sahara in Algerien und die Salzwüste in Bolivien, überall hat Florence Hervé Frauen aufgespürt, die ihre Geschichte erzählen: Öko-Aktivistinnen, Beduininnen, Künstlerinnen eignen sich die Wüste an oder gehen in ihr auf. Ausgefülltes Leben in der Wüste, da muss frau erst mal drauf kommen.

Florence Hervé/Thomas A. Schmidt: „Frauen der Wüste“. AvivA-Verlag, 39,90 Euro.

Frau auf Widerstand gebürstet

Frau zu sein, kann Last sein: Sie beginnt mit der Menstruation, die kommt unausweichlich, da hilft kein Ignorieren – und führt die Frauen in die nichtöffentliche „Blutsgemeinschaft“. In ihren Essays seziert Katharina Rutschky die patriarchalisch geprägte Gesellschaft und die Frauen, die sich ihr beugen. Den Männlichkeitswahn erkennt sie als Gefahr für die Gesellschaft. Der Weiblichkeitswahn hingegen schade nur den Frauen selbst, wenn man mal vom Gebrauch FCKW-haltigen Haarsprays und phosphathaltigen Waschmittels absieht. Und dann sind da noch die Quote, Alice Schwarzer und so weiter.

Katharina Rutschky: „Im Gegenteil. Politisch unkorrekte Ansichten über Frauen“. Wagenbach, 10,90 Euro.

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