Wer nicht weiß, was er falsch macht, bleibt erfolglos
Bei häufigen Absagen lohnt ein prüfender Blick auf die Bewerbungsunterlagen
Beim Bewerben muss man lernen, Fehlschläge einstecken zu können. Spätestens nach der vierten Absage aber sollte man seine Bewerbungsunterlagen nochmal genau angucken, rät Siegfried Kayser.
"Zwar ist es gut möglich, dass einfach immer ein anderer die Nase vorn hat", sagt der Geschäftsstellenleiter der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, "man wundert sich aber manchmal, mit welch schlechter Vorbereitung sich junge Menschen an den wichtigsten Brief ihres Lebens setzen."
Kleine Fehler würden zwar verziehen, aber wer sich als Bürokaufmann bewirbt, sollte das Anschreiben schon fehlerfrei über die Bühne bringen, um sich nicht zu disqualifizieren. "Es ist nicht das Komma, das irgendwo fehlt. Teilweise sehen die Bewerbungen aber wirklich katastrophal aus – sowohl in Bezug auf Stil als auch auf Grammatik und Rechtschreibung", sagt Kayser.
Das Problem sei aber auch, dass die Bewerber kaum eine Begründung zu ihren Absagen erhielten. "Weil die jungen Leute keine Reaktion von den Betrieben bekommen, nicht wissen, was sie falsch machen, werden sie zu chronisch Erfolglosen", sagt Kayser. Wer hundertmal die gleiche Bewerbung losschicke, mache eventuell hundertmal den gleichen Fehler und wisse es gar nicht. Es liege daher in der sozialen Verantwortung der Betriebe, Auskunft zu geben, wenn sie erkennen würden, dass die Unterlagen grobe Fehler haben. Den Bewerbern gibt er daher den Tipp, ruhig nachzuhaken und nach den Gründen für eine Absage zu fragen.
Prinzipiell sei es wichtig, die Bewerbung gründlich Korrektur zu lesen. "Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Eltern und Lehrer können nicht nur Rechtschreibfehler aus den Texten fischen, sondern Ratschläge geben, wenn eventuell der Ton nicht stimmt oder sich der Bewerber nicht gut genug informiert hat."
