Gewerkschafterin: Bewerber aus dem Ausland haben es schwer
Arbeitgeber und Gewerkschaftsbund fordern für Einwanderer bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Arbeitgeber und Gewerkschaften drängen darauf, auf dem Arbeitsmarkt die Zusatzqualifikationen von Einwanderern stärker anzuerkennen.
Bei der Bewerberauswahl müsse Unternehmen bewusst sein, dass Einwanderer in der Regel mehrsprachig seien und kulturelle Vielfalt in den Betrieb einbrächten, sagte Peter Clever von der Geschäftsführung der Arbeitgeberverbände in Berlin bei einer Veranstaltung von Diakonie und Evangelischer Akademie.
Menschen aus anderen Kulturkreisen fänden häufig andere Wege, um Probleme zu lösen, sagte Clever, der auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bundesagentur für Arbeit ist. Für Unternehmen sei kulturelle Vielfalt unter den Mitarbeitern ein großer Vorteil.
Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund wies darauf hin, dass Bewerber, die Einwanderer seien, häufig diskriminiert würden. Selbst bei gleicher Qualifikation würden meistens Deutsche bevorzugt.
Zudem fehlten Einwanderern in der Regel Netzwerke. Sie könnten im Gegensatz zu Deutschen nicht über Beziehungen leichter an Ausbildungs- oder Arbeitsplätze kommen, sagte Buntenbach bei der Veranstaltung, die unter dem Titel stand "Integration in der Krise. Das Potenzial der Migrantinnen und Migranten für den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft". Der Präsident des Diakonischen Werkes, Klaus-Dieter Kottnik, wies auf eine Studie hin, wonach sich 23 Prozent der Einwanderer in Deutschland diskriminiert fühlten. Die gesellschaftliche Atmosphäre müsse sich so verändern, dass Einwanderer akzeptiert würden.


