Berufe in der Modewelt: Belastbare Naturen mit viel Kreativität gesucht
Kaufmännisches Wissen und Sprachkenntnisse sind für Designer ebenso wichtig wie Talent und Ideenreichtum
Viele junge Menschen, vor allem Frauen – aber auch junge Männer – haben Freude an Mode und überlegen, ob sie diese Leidenschaft zu einem Beruf machen sollen. Aber Seifenopern im Vorabendprogramm vermitteln ein verzerrtes Bild dessen, wie es in den Unternehmen wirklich zugeht.
Nicht Intrigen, nicht Herz und Schmerz prägen den Alltag, sondern vielmehr das nicht immer reibungsfreie Miteinander von Kreativität und Kommerz. Zeit- und Kostendruck sind groß, denn im zunehmenden Maße müssen Kollektionen im Vier- bis Achtwochen-Rhythmus entworfen, vermarktet und produziert werden.
Vorbei sind die Zeiten, da Designer, Verkaufsteam und Produktionsstätten sechs Monate Zeit hatten, Mode zu machen. Diese Anforderung kommt auch von der Schnelligkeit, in der wir leben und konsumieren – ein Song, ein Videoclip darf drei Minuten dauern, dreimal gehört und gesehen, wirkt er alt.
Die Liste der Berufe, in denen es sich um die Mode dreht, ist lang. Textilgestalter für Heimtextilien und für Modestoffe, Textilveredler, Modedesigner, Merchandiser, Textil- und Modeverkäufer, Schuh- und Taschen-Designer, Schnittdirektricen, Bekleidungstechniker, Einkäufer im Einzel- und Großhandel, Handelsvertreter für Garne, Stoffe und Mode, Fotografen, Stylisten, Friseure und viele mehr.
Vielfach sind Quereinstiege möglich, aber eine fundierte Berufsausbildung ist immer der beste Ausgangspunkt. Die Erfahrung der Berater vom Verband Deutscher Mode- und Textil-Designer zeigt: Reisefreudigkeit, oft mehrere Wochen bis ans andere Ende der Welt, häufige, lange Arbeitstage und Wochenendarbeit, Stressresistenz, Organisationstalent und Sprachkenntnisse sind notwendig, um in der schnelllebigen Branche bestehen zu können.
Nur selten gibt es "geschützte Reservate" für supersensible Kreateure. Immer wichtiger werden kaufmännische Kenntnisse und Marketing-Ideen. Dreidimensionales Denken und Darstellen, ob nun mit Stift auf Papier und mit Hilfe des Computers sind ein Muss für Mode- und Textildesigner.
Arbeitgeber sind meist Textil- und Bekleidungshersteller, die im In- und Ausland produzieren. Auch Großhändler, Versandhäuser, Modefilialisten oder die Fach- und Publikumsmedien können Einsatzgebiete sein. Speziell Textil- und Modedesigner arbeiten oft unter schwierigen Bedingungen als freiberufliche Dienstleister für die vorgenannten Unternehmen. Schwierig deshalb, weil sie sich um alles selbst kümmern müssen.
Die Textil- und Modebranche bietet auch in Deutschland interessante wie vielseitige Berufe an, die allerdings ein hohes Engagement fordern. Das ist nur für unternehmungslustige, neugierige und belastbare Naturen geeignet.

