Behalten Sie Ihr Ziel im Auge!
Für die Karriereplanung sind Gespräche mit dem Vorgesetzten wichtig – Tipps, wie Sie sich darauf vorbereiten
Frau M. arbeitet seit knapp einem Jahr in ihrem neuen Unternehmen. Die ersten Hürden sind genommen, und Frau M. fühlt sich nun in ihrem neuen Aufgabengebiet sicher und kompetent. Nun liegt das erste Mitarbeitergespräch an.
Frau M. möchte sich darauf vorbereiten, denn sie hat für ihre berufliche Zukunft Pläne, die sie mit ihrem Vorgesetzten besprechen möchte.
Ihre Kollegen haben ihr schon gesagt, dass sie sich über diese Mitarbeitergespräche gar keine Gedanken machen müsste. Solche Gespräche hätten nur Vorteile. Sie könnte offen und ehrlich alles sagen, ihre Zukunftswünsche formulieren und bestehende Probleme ansprechen. Außerdem lege der Chef wert auf eigene Gedanken und innovative Mitarbeiter.
Vielleicht hat Frau M. mit ihrem Vorgesetzten in der Tat eine gut ausgebildete Führungskraft, die um die besondere Tragweite von Mitarbeitergesprächen weiß, sie als Führungsinstrument nutzt und die Ressourcen ihrer Mitarbeiter dadurch besser einschätzen und ihre Entwicklungspotenziale für das Unternehmen nutzen kann.
Was machen Sie aber, wenn Mitarbeitergespräche nicht zum regelmäßigen Personalführungsinstrument gehören? Sie sollten dennoch mindestens einmal pro Jahr ein Personalgespräch erbitten. Sie machen damit deutlich, dass Sie sich mit Ihrer Firma und Ihrem Arbeitsgebiet identifizieren.
Suchen Sie nach einer für Sie treffenden Formulierung, wie zum Beispiel "Es interessiert mich, Ihre Meinung über meine Arbeit zu erfahren. Hätten Sie demnächst Zeit? Ich habe mir auch einiges überlegt, was ich Ihnen gern vorstellen würde?" Nutzen Sie also Ihre Chance! Setzen Sie sich ins rechte Licht, und bereiten Sie sich auf Ihr Mitarbeitergespräch gründlich vor, denn Sie haben Ihren Chef in einem Vier-Augen-Gespräch für sich allein. Sie können also davon ausgehen, dass Ihnen die ungeteilte Aufmerksamkeit Ihres Vorgesetzten zur Verfügung steht.
Überlegen Sie, was Sie ansprechen wollen. Schreiben Sie spontan alles auf, was Ihnen einfällt. Nach diesem Brainstorming entscheiden Sie, was Ihnen wirklich wichtig ist, und was Sie zurückstellen können. Bedenken Sie immer, dass sich auch ihr Vorgesetzter vorbereitet hat und dass Sie nur eine begrenzte gemeinsame Zeit haben.
Sortieren Sie Ihre Themen nach Gruppen wie Arbeitsfakten, Veränderungsvorschläge, Kritikpunkte, Zusammenarbeit mit Kollegen und Ihrem Vorgesetzten. Ihre eigenen Leistungen, persönlichen Ziele und Wünsche sollten Sie bei Ihrer Auflistung auf gar keinen Fall vergessen. Für gute Leitungen muss mach sich nicht schämen, dafür wird man bezahlt.
Schreiben Sie zu Ihrem Anliegen jeweils eine kurze Zusammenfassung. Sie speichern damit Ihre Anliegen im Gedächtnis besser ab und können in der jeweiligen Gesprächssituation Ihre mitgebrachten Stichworte mündlich gut erläutern.
Notieren Sie diese Stichworte auf jeweils einer kleinen Karteikarte. Im besten Falle können Sie während des Gespräches zu jedem Stichwort ein Ergebnis notieren.
Bedenken Sie: Ein Mitarbeitergespräch hat immer ein Ergebnis. Sie müssen also die Ruhe bewahren und Ihr Ziel stets im Auge behalten.
Aber nicht nur Sie haben ein Interesse an Austausch, auch Ihr Vorgesetzter hat sich vorbereitet. Stellen Sie sich deshalb mental auch darauf ein, dass Sie über sich oder Ihre Arbeitsleistung vielleicht nicht nur Angenehmes hören.
Gehen Sie bei Kritik nicht gleich in eine Verteidigungshaltung, sondern fragen Sie nach, wie Ihr Vorgesetzter zu dieser Einschätzung gelangt ist. Vielleicht ist dieses Feed-back ja durchaus hilfreich und Sie können mehr über sich erfahren.
Ein letzter Hinweis: Versuchen Sie nicht, Minderleistungen von Kollegen für Ihre eigene Karriereplanung zu nutzen. Gut ausgebildete Vorgesetzte sehen darin das, was es ist, nämlich ein unkollegiales Verhalten, und damit erlangen Sie im seltensten Fall das Vertrauen Ihres Vorgesetzten.
Überzeugen Sie lieber mit besseren Ideen, mehr Engagement und personaler Kompetenz, dann kommen Sie Ihren beruflichen Zukunftsplänen mit Sicherheit näher.



