Ära von Heinz Bosse im Unterhaltungsverband endet

Söllingen  Nach 30 Jahren ehrenamtlichen Arbeit im Unterhaltungsverband Großer Graben hört Heinz Bosse auf. Sein Nachfolger wird Martin Hartmann.

Heinz Bosse aus Söllingen blätterte in einem Fotobuch über Ereignisse während seiner 30-jährigen Tätigkeit als Verbandsvorsteher.

Foto: Norbert Rogoll

Heinz Bosse aus Söllingen blätterte in einem Fotobuch über Ereignisse während seiner 30-jährigen Tätigkeit als Verbandsvorsteher. Foto: Norbert Rogoll

Eine Ära geht in dieser Woche im Unterhaltungsverband Großer Graben zu Ende. Nach 30-jähriger ehrenamtlicher Arbeit als Verbandsvorsteher kandidiert der 72-jährige Heinz Bosse aus Söllingen aus Altersgründen nicht mehr für die Spitze des Verbands. Bereits im Frühjahr war Bosse nach 30 Jahren als Vorsteher im Wasser- und Bodenverband Großes Bruch ausgeschieden.

Rund 25 000 Hektar groß ist das Gebiet in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel, um das sich der Unterhaltungsverband kümmert. Von Hedeper im Westen bis nach Reinsdorf im Osten reicht der Bereich des Unterhaltungsverbands. Insgesamt 90 Kilometer lange Gräben, die überwacht und gepflegt werden müssen, gehören zum Verband. „Alle diese Gräben, von denen 30 Kilometer Grenzgewässer zu Sachsen-Anhalt sind, entwässern in die Elbe hinein“, erläutert Heinz Bosse

Während seiner langen ehrenamtlichen Tätigkeit gab es einige herausragenden Ereignisse. „Die Umstellung auf Computertechnik war ein wichtiger Schritt gewesen“, blickt der Söllinger zurück. Zusätzlichen Arbeitsaufwand bescherte die Grenze zur DDR dem Verband. „Wir mussten bereits zu Weihnachten angeben, welche Gräben an der Grenze im nächsten Herbst geräumt werden sollen“, erinnert sich Bosse. Dabei habe es immer Korrekturen durch die DDR gegeben.

„Außerdem gab es immer wieder Schwierigkeiten durch die Grenzsperren in den Bächen, weil sich dadurch das Wasser aus den Vorflutern stark zurückstaute“, berichtet der Verbandsvorsteher. Der hiesige Verband musste dann immer das gestaute Wasser abpumpen, um Schäden an den Gräben vermeiden zu können.

„Zum Jahresbeginn 1987 brach infolge eines Hochwassers durch 140 Millimeter Regen ein Damm bei Söllingen und die gesamte Feldmark im Unteren Bruch wurde überflutet“, erzählt Heinz Bosse.

Ein sehr erfreuliches Ereignis sei die Grenzöffnung 1989 zwischen DDR und Bundesrepublik gewesen. „Die Hindernisse in den Vorflutern an der Grenze konnten beseitigt werden und eine gute Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Verbänden in beiden Bundesländern konnte beginnen“, betont der Söllinger.

Ein zweites Jahrhundert-Hochwasser mit 200 Millimeter Regen erlebte Heinz Bosse als Verbandschef Ende August 2002. Überflutungen gab es in den Kreisen Helmstedt und Wolfenbüttel und Schäden auf Rübenäckern.

Sein Nachfolger wird Martin Hartmann aus Twieflingen, der seit zehn Jahren schon Schrift- und Kassenführer im Verband ist, und auch ehrenamtlicher Geschäftsführer ist und bleibt.

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