Sturm beschädigt gerade reparierte Windmühle

Wendhausen  Die Kappe lässt sich nicht mehr bewegen.

Das Unwetter am 24. Juni hat in Wendhausen seine Spuren hinterlassen. Neben umgestürzten Bäumen und Schäden an Hausdächern traf es auch die historische Windmühle, die mit ihren fünf Flügeln ein besonderes technisches Denkmal darstellt. Das teilt die Gemeinde Lehre mit.

Nach der umfangreichen Restaurierung, für die viele Mittel aus verschiedenen Fördertöpfen, von der Gemeinde Lehre und vom Mühlenförderverein selbst bereitgestellt werden mussten, seien die entstandenen Schäden nun besonders bitter.

Als sich am Nachmittag des 24. Juni ein schweres Unwetter mit Gewitter und Sturmböen über dem Ort entlud, war die Mühle wie gewohnt gesichert, wie die Vorsitzende des Mühlenfördervereins Angelika Geschke berichtet. „Als der Regen waagerecht stand und ein kurzer und heftiger Blitz einige Teile des örtlichen Stromnetzes außer Gefecht gesetzt hatte, sind mein Mann und ich zur Mühle geeilt. In der Mühle war ebenso die gesamte Elektrik ausgefallen und zudem gab es Wassereintritt in der Kappe, so dass wir sofort Kontakt mit unserem bei der Restaurierung für die Mühlentechnik zuständigen Baubegleiter Rüdiger Hagen aus Wedemark und der zuständigen Mühlenbaufirma Pätzmann aus Winsen/Luhe aufgenommen haben.“

Beide Firmen haben sich am darauffolgenden Montag unverzüglich in der Mühle getroffen, den Wassereintritt lokalisiert und sofort behoben. „Doch es fiel auf, dass auf einmal bei einsetzendem Wind das Getriebe der Windrose laute Geräusche von sich gab, obwohl es wenige Tage vor dem Unwetter noch einmal abgeschmiert und kontrolliert worden war“, sagt Rüdiger Hagen.

Ein Mitarbeiter der Firma Pätzmann habe kurz darauf festgestellt, dass aus einem Zahnrad des Windrosengetriebes sowie in dem damit verbundenen Zahnkranz, der 1837 in England gegossen worden war, Zähne herausgebrochen oder beschädigt worden waren. Ein Versuch, die Kappe von Hand weiter zu drehen, um den Zahnkranz genau zu untersuchen, misslang, da das Getriebe übersetzte. „Rüdiger Hagen hat sodann die Windrose sofort festgebunden, um weitere Beschädigungen am Zahnkranz zu vermeiden“, sagt Angelika Geschke, aber ein Dauerzustand für die nächsten Monate dürfte dies nicht werden.

Die Windrose habe nämlich die Aufgabe, die 31 Tonnen schwere Kappe mit den fünf Flügeln stets in die richtige Windrichtung zu drehen. Nur so könne die Mühle schweren Unwettern Stand halten. Einziger Trost sei dabei nur, dass die Kappe in der Hauptwindrichtung Südwest-West stehen geblieben ist. Auch die Blätter der Windrose sind, da die Kappe sich nicht mehr in den Wind drehte, durch heftige Seitenwinde beschädigt worden.

Der Mühlenförderverein hofft, die Schäden so bald wie möglich beheben zu können. Denn im Mühleninneren wird zur Zeit an der finalen Restaurierung der Mühlentechnik gearbeitet, so dass man zum Ende dieses Jahres wieder eine mahlfähige Mühle bewundern kann.

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