Polonaise rund um den Tannenbaum

Helmstedt  Der Helmstedter Kulturverein Aktion entführte Kinder und Erwachsene mit dem russischem Jolka-Fest in eine farbenprächtige Märchenwelt.

Mindestens genauso bunt wie Fasching: Kinder beim Jolka-Fest im Gemeindesaal. St. Stephani.

Foto: Michaela Siano

Mindestens genauso bunt wie Fasching: Kinder beim Jolka-Fest im Gemeindesaal. St. Stephani. Foto: Michaela Siano

In Deutschland wird das Weihnachtsfest vielerorts eher besinnlich gefeiert. Ganz anders geht es zum Jahreswechsel in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu: Beim Jolka-Fest darf es so richtig krachen. Einen Einblick in diese Tradition konnte man am 3. Advent im Gemeindesaal der St.-Stephani- Kirche erhaschen.

Der Helmstedter Kulturverein „Aktion“ organisierte bereits im elften Jahr das beliebte und in Russland bedeutendste Fest des Jahres, das dort normalerweise am 31. Dezember begangen wird. Für die russisch-orthodoxe Kirche gilt noch der Julianische Kalender, daher verschieben sich die kirchlichen Feiertage um zwei Wochen: Das Weihnachtsfest wird dort erst am 7. Januar gefeiert.

Der bunt geschmückte Tannenbaum – die Jolka – durfte auch bei dem lang ersehnten und aufwändig vorbereiteten Ereignis nicht fehlen. Die Gäste erwartete eine Mischung aus einem Weihnachtsfest und einer Silvester- und Faschingsparty: Zahlreiche, fröhliche Märchenfiguren traten lautstark ein, unter ihnen die berühmte Hexe Baba Jaga, die in Helmstedt mit wallendem Haar und Flugbesen unter dem Arm auf einem Scooter hereinschwirrte und traditionell nichts unversucht ließ, um das Jolka-Fest samt Bescherung zu vermiesen.

Mitten im bunten Durcheinander von Prinzessinnen, Indianern und anderen kostümierten Kindern traten die beiden Hauptpersonen ein: Ein deutschsprachiger Santa Claus, gefolgt von dem in Weliki Ustjug wohnenden, demzufolge weit angereisten „Ded Moros“, dem „Großväterchen Frost“. Seine Enkelin und Gehilfin Snegurotschka („Schneeflöckchen“) übersetzte die Worte des russisch sprechenden Weihnachtsmannes, der in diesem Jahr einen blauen Umhang trug. „Wir haben wochenlang an den neuen Kostümen genäht“, verriet die Fee Helena Saibel, die zwischenzeitlich mit ihrem Zauberstab den Weihnachtsbaum zum Erleuchten brachte.

Beim Jolka-Fest wurden gemeinsam sowohl traditionelle russische, als auch deutsche Lieder gesungen und es wurde ausgiebig getanzt. „Wir machen keine Märchenaufführung zum Zuschauen, die Kinder dürfen mitmachen und sich richtig austoben“, erklärte Iryna Brömse, Vorstandsmitglied des Kulturvereins, das turbulente Geschehen. Und es ging hoch her: Nach der Reise nach Jerusalem, dem Eierlaufen, einer Fahrt auf einem dreiköpfigen Drachen und vielen anderen Spieleinlagen waren nicht nur die Kinder außer Atem, auch die Erwachsenen hatten sichtlich ihren Spaß.Abschließend sagten die Kinder russische und deutsche Weihnachtsgedichte auf und nahmen freudig ihre Bescherung entgegen.

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