Welfischer Kaisertraum liegt am Elm begraben

Helmstedt  Mehr als 250 Zuhörer fanden sich am Montagabend im Kaiserdom in Königslutter ein, um an den 875. Todestag von Kaiser Lothar III. zu erinnern.

Gerd Biegel würdigte die Leistung von Kaiser Lothar III. vor mehr als 250 Zuhörern im Dom zu Königslutter.

Foto: privat

Gerd Biegel würdigte die Leistung von Kaiser Lothar III. vor mehr als 250 Zuhörern im Dom zu Königslutter. Foto: privat

Eingeladen hatten die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und das Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig, dessen Direktor, Prof. Dr. Gerd Biegel, den Gedenkvortrag hielt. Zu Beginn erinnerte Gerd Biegel daran, dass er vor 25 Jahren erstmals im Kaiserdom einen Gedenkvortrag zu Kaiser Lothar III. gehalten habe, damals aus Anlass des 850. Todestages. Es sei dies der Beginn einer intensiven Beschäftigung mit diesem „vergessenen“ Kaiser gewesen – und eine Wiederentdeckung des Kaiserdoms als herausragendem Denkmal der imperialen Macht Lothars von Süpplingenburg.

In seiner Gesamtschau schilderte Gerd Biegel Leben und Leistung Lothars III. als prägender Persönlichkeit der deutschen und europäischen Geschichte. Hatte sich nach der turbulenten Wahl im Jahr 1125 für die Welfen der Weg nach Sachsen familiär und politisch geöffnet, so wurde mit der Grablege in Königslutter ein weiterer welfischer Memorialort begründet, der Sachsen als neuen Mittelpunkt welfischer Tradition und Zukunftshoffnung erschloss. „Für die Taten und die Leistungen Kaiser Lothars III. steht der Kaiserdom von Königslutter als sichtbares Symbol, das für die Nachwelt Zeugnis ablegt von dessen Herrschaft“, sagte Biegel. „Er ist aber auch das Grab vom welfischen Kaisertraum Lothars III. und in dieser Tragik liegt zugleich die Bedeutung des Domes.“ Reinhold Schneider habe dies in Erinnerung gebracht,als er einst sagte: „Seine Staatsidee, die universale Macht des Welfenhauses, hat im Dome zu Königslutter unter dem Elmwalde, Lothars Grabkirche, sein Denkmal gefunden.“

Als Fazit stellte Biegel fest: „Nimmt man die Ergebnisse seiner Herrschaft als Maßstab einer abschließenden Beurteilung, dann wird verständlich, warum Zeitgenossen bei Lothars Tod in höchsten Tönen Lobpreisungen aussprachen und den Glanz seiner Regierung beschworen.

Mit seiner Gedenkrede würdigte Biegel die Persönlichkeit Lothar III. unter verschiedenen Gesichtspunkten und machte deutlich, wie nachhaltig seine Politik das 12. Jahrhundert in der regionalen und universalen Geschichte bestimmt hatte. Er gehöre zu den herausragenden Persönlichkeiten der regionalen Erinnerungskultur.

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