Bürger brachten Vorschläge für Zukunft der Lutterwelle ein

Königslutter  Die desolate Haushaltslage zwingt Königslutter zu Einschränkungen. Bereits 50 Sparmaßnahmen sind geplant. Nun droht die Freibad-Schließung.

Voll besetzt war das Forum der Driebeschule beim Bürgergespräch über die Lutterwelle in Königslutter.

Foto: Michaela Siano

Voll besetzt war das Forum der Driebeschule beim Bürgergespräch über die Lutterwelle in Königslutter. Foto: Michaela Siano

„Es wird für die Lutterwelle immer enger“, sagte Königslutters Bürgermeister Alexander Hoppe am Dienstag beim Bürgergespräch im Forum der Grundschule Driebe. Dem Aufruf folgten mehr als 150 Bürger, es war kein Sitzplatz mehr frei. „Wenn die Stadt es nicht stemmen kann, dann ist der Bürger gefordert“, bezog Dietrich Mühe, regelmäßiger Badegast, Stellung und drückte Hoppe nicht nur mehr als 160 gesammelte Unterschriften gegen eine Änderung des Badbetriebes, sondern auch eine Liste mit einer Reihe von Verbesserungsvorschlägen – etwa die Erhöhung des Eintrittsgeldes oder die Gründung eines Fördervereins – in die Hand.

Das von den Stadtwerken Königslutter betriebene Frei- und Hallenbad Lutterwelle hat allein im Jahr 2011 einen Verlust von fast 660 000 Euro eingefahren. Sorgenkind ist vor allem das Freibad: Ein Verlustgeschäft von rund 2800 Euro täglich – im Vergleich zum Hallenbadbetrieb ist dieser Betrag fast doppelt so hoch. Während im Jahr 2010 noch fast 21 000 Besucher im Freien planschten, ging die Zahl in diesem Jahr auf rund 13 400 Badegäste zurück.

„Wir brauchen strukturelle Veränderungen“, appellierte Christian Seidenkranz, Geschäftsführer der Stadtwerke Königslutter, und führte aus, dass selbst die Verdoppelung der Besucherzahlen die anfallenden hohen Personalkosten nicht kompensieren könnten. Er schlug vor, das Freibad für den öffentlichen Betrieb zu schließen und das Personal an andere Badbetreiber abzugeben. Je nach Variante sei eine Einsparung bis zu 114 000 Euro möglich. Marc Giesemann, Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe Königslutter, präsentierte ein Konzept der ansässigen Schwimmsport betreibenden Vereine mit dem Ziel, den gesamten Badbetrieb aufrechtzuerhalten. Kernpunkte der Vorschläge waren beispielsweise die Einschränkung der Öffnungszeiten und eine Bündelung des Schwimmsportes unter ehrenamtlicher Aufsicht der Sportvereine.

Ohne Umschweife forderte Wolfgang Hein, Präsident des Landesschwimmverbandes Niedersachsen, das Engagement der Bürger ein.. „Langfristige Lösungen müssen die Menschen mittragen“, führte er aus und warnte eingehend vor ehrenamtlichen Einsätzen und der Gründung eines Fördervereins: „Diese Modelle funktionieren nur kurzfristig“. Hein machte Mut, gemeinsam Konzepte zu entwickeln.

Das Bürgergespräch brachte es auf den Punkt: Die Bürger wollen ihre Lutterwelle erhalten. Aus jeder Ecke des Auditoriums erklangen zahlreiche Kritikpunkte, konstruktive Anregungen zur Kostenentlastung und Vorschläge zum Erhöhen der Attraktivität des Bades – Beiträge, die oft mit kräftigem Applaus honoriert wurden. Stets wurde betont, wie wichtig das Schwimm- und Spaßangebot für die Lebensqualität der Familien, Kinder Senioren sei.

Was wird also aus dem Freizeitspaß am Elm? Zunächst werden, erklärte Hoppe, die Vorschläge und Ideen der Bürger zusammengetragen und heute dem Jugend-, Sport und Sozialausschuss vorgelegt. Ob bereits – wie geplant – am 6. Dezember im Rat eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Lutterwelle fällt, bleibt offen. „Auch wenn der Beschluss vertagt wird, steht fest, dass es einschneidende Veränderungen geben wird“, stellte Hoppe klar.

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