Metal-Rocker brachten Musikfans in Ekstase

Helmstedt  Die Gitarrensaiten dröhnten ordentlich während der dritten Metal Royal Night im Helmstedter Schützenhaus. Es spielten fünf Bands.

Das Line-Up der fünf Metal-Bands hielt, was die Organisatoren Benjamin Mertz und Christopher Pernau versprochen hatten: schwermetallische Leckerbissen, hart und pfeilschnell. Wer nicht zu den Kennern der verschiedenen Genres gehörte, bekam im Lauf der Helmstedter Metal Royal Night eine Lektion darin, dass Metalcore eine Extremform des Heavy Metal ist.

Mit ihrer Band „Art of Eternity“ trugen Mertz und Pernau selbst im Scheinwerferlicht des Helmstedter Schützenhauses an der Masch dazu bei, dass die rund 150 Besucher zunächst durchaus krachende, aber dennoch recht melodiöse Klänge zu hören bekamen.

Die Gitarrensaiten dröhnten, und die tiefe Stimme von Sänger Mertz begeisterte das meist junge Publikum, das anfänglich noch zurückhaltend brav klatschte.

„„Halt, halt, keine Gewalt“ – das waren die ersten Worte, die der Sänger Philipp Rose von „Bedlam Broke Loose“ aus Wolfsburg mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze für den Soundcheck ins Mikrofon sang, bevor der Name der Band zum Programm wurde: Musikalischer Tumult (Bedlam) brach aus.

Der Hardcore-Sänger jagte rastlos über die Bühne und schrie sich in die Atemlosigkeit, während die Besucher vor der Bühne mit kräftigem Headbanging ihre Nackenmuskulatur strapazierten. „Wir sind frei von Gewalt, dass solltet Ihr auch sein“, schmetterte Rose in die ekstatisch tanzende Gruppe, wo der deutliche Körperkontakt mit Anrempeln und kräftigem Schubsen wie ein wildes Gerangel wirkte.

Die Fans des gutturalen Gesangstils kamen auch beim Auftritt der erst kürzlich formierten Band „EpitomE“ aus Paderborn auf ihre Kosten. Sänger David Hambach peitschte brüllend über die Bühne, die Fans tobten euphorisch.

Ein Erdbeben kam mit „A Traitor Like Judas“ aus Braunschweig auf die Bretter. Sie bewiesen, dass man auch wild umherspringend donnernde Musik mit sozialkritischen Botschaften machen kann. Verräter (Traitors) sehen anders aus: Diese „harten Jungs“ engagieren sich für Tier- und Umweltschutz, die meisten von ihnen leben vegan und vegetarisch. „Habt Hoffnungen und Träume“, schrie Sänger Jasper Elter – hauptamtlich Realschullehrer – ins Mikrofon, „macht immer nur, was Ihr auch vertreten könnt“, forderte er zum Handeln mit Bedacht auf.

Zum Abschluss stürmten „Bloodwork“ aus Paderborn die Bühne. Hämmernde Gitarrensalven, ein lärmendes Schlagzeug und zweistimmige tiefe Growls, die gelegentlich von hymnenhaften und plötzlichen melodiösen Einlagen unterbrochen wurden, brachten die mitgrölenden Fans außer Rand und Band.

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