Frauenhilfe: Ohne Frauen wäre die Kirche verloren

Helmstedt  Der Landesverband Braunschweig der evangelischen Frauenhilfe traf sich am Samstag in Helmstedt. Im Mittelpunkt stand die Rolle der Frauen.

Vorsitzende Annakatrin Kynast (links) übergab der neuen Pfarrerin für Frauenarbeit, Kirstin Müller, die Zutaten für eine gute Arbeit.

Foto: Siano

Vorsitzende Annakatrin Kynast (links) übergab der neuen Pfarrerin für Frauenarbeit, Kirstin Müller, die Zutaten für eine gute Arbeit. Foto: Siano

Die Mitgliederversammlung fand in der St. Christophorus Kirche statt. Dort stellte sich auch Kirstin Müller vor, die neue leitende Pfarrerin der Frauenhilfe. Die Stelle war seit Oktober 2011 nicht mehr besetzt. „Ich möchte den Frauen als königliche Frauen begegnen“, äußerte sie.

Die Frauenarbeit müsse stärker anerkannt und geachtet werden, betonte Müller vor den etwa 100 anwesenden Christinnen. Frauen, die zu Hause Kinder betreuen, sollten sich für ihre Arbeit nicht rechtfertigen müssen. Ebenso müsste es auch möglich sein, dass weibliche Führungskräfte, die sich oft unauffällig oder „männlich“ kleideten, auch mal ein „rosa Schleifchen“ tragen dürften. „Noch immer zahlen Frauen für ihre Karriere einen anderen Preis“. Ein besonderes Anliegen sei der 48-jährigen Pfarrerin aus Goslar, dass Frauen sich freundlich begegnen und verstärkt miteinander reden.

„Ohne Frauen wäre unsere Kirche verloren“, hob auch Vorstandsvorsitzende Annakatrin Kynast hervor. Es gelte, Frauen und Schwestern stark zu machen und ihre Position in der Kirche zu festigen, forderte sie in Helmstedt.

Und ein weiteres Thema beschäftigte die Mitglieder. Antje Krause, Geschäftsführerin der Vorsorge-Reha-Klinik „Haus Daheim“ – eine Einrichtung für Mütter und Kinder in Bad Harzburg, die von der Evangelischen Frauenhilfe getragen wird – berichtete über die Arbeit. Seit über 80 Jahren bestehe das Haus. Die rund 40 Beschäftigten hätten 2011 zahlreiche Sparmaßnahmen wie Kurzarbeit und Lohneinschnitte auf sich nehmen müssen, um eine Schließung der Einrichtung zu verhindern. Vergangenes Jahr sei die Lage dramatisch gewesen, nur 56 Prozent der Plätze waren belegt.

Eine Änderung der Begutachtungsrichtlinien zur Vergabe von Kuranträgen im Februar hätte dazu geführt, dass inzwischen deutlich mehr Kuren bewilligt würden, erläuterte Krause. „Wir sind bis zum Ende des Jahres ausgebucht“, sagte sie erleichtert, „und schließen das Jahr mit schwarzen Zahlen ab“. Die Kreisverbände Helmstedt und Schöningen überreichten Krause für das Haus Daheim eine Spende in Höhe von 1 300 Euro.

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