Ein Feuerwerk fulminanter Wortkunst

Helmstedt  Poetische Leckerbissen servierte Dominik Bartels beim 12. Street-Poetry-Abend im Helmstedter Roxy-Kino.

Das Team Totale Zerstörung aus Leipzig brachte das Publikum zum Toben.

Foto: Specht

Das Team Totale Zerstörung aus Leipzig brachte das Publikum zum Toben. Foto: Specht

Texte, fein filetiert und liebvoll abgestimmt mit dieser ganz speziellen Mischung aus Tiefgründigkeit und Wortwitz. Im Ergebnis erlebte das Publikum ein genussvolles Feuerwerk fulminanter Wortkunst.

Langweilig oder gar belanglos wird es beim Street-Poetry-Abend nie. Dafür sorgt Veranstalter Bartels. Zur 12. Ausgabe hatte er neben nationalen Größen der Slammerszene auch Musiker Tobias Regner mit Band nach Helmstedt geholt. Geht da eigentlich noch mehr? Das mag sich an diesem Abend manch einer gefragt haben. Und – ja, es geht noch mehr, deutete Bartels an: „Wir werden einen Vorentscheid der Deutschen Slammermeisterschaft 2013 nach Helmstedt holen. Austragungsstätte soll das Brunnentheater sein.

Pierre Jarawan aus München, der zu den erfolgreichsten deutschen Bühnenpoeten zählt, erzählte amüsant, wie er als kleiner Kreuzritter den Feinden der deutschen Sprache die Korrektur erklärte. Eindringlich sein Appell in „Wo kommen all die guten Ideen her?“ „Die Mauer der Ideenlosigkeit überwinden und die Welt mit den staunenden Augen eines Kindes sehen.“ Mit Sulaiman Masomi (Paderborn) hatte Bartels einen Wort-Revolutionär mit einer Magister-Arbeit über Street Poetry eingeladen, der sich mit Integration und der Zukunft der Welt auseinandersetze. Was den Themen gleich ist? Der Verursacher der Probleme – der Mensch. Warum der sich jedoch nur schwer ändern kann, versuchte Felix Römer (Berlin) zu analysieren. Vermutlich liege es an der Bequemlichkeit. „Will ich das jetzt oder passiert das nur mit mir“, war der zentrale Satz seines Vortrags. Für reichlich Gelächter sorgte zu guter Letzt das Team Totale Zerstörung (Leipzig), Sieger der deutschen Teammeisterschaften. Mit ihrem Siegertext „Ey, ja, cool, art“, ein Stück über abstrakte Kunst, brachten sie auch das Helmstedter Publikum zum Toben.

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