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Guter Rat

So kann Nabelschnurblut heilen

Das Blut enthält viele Stammzellen und kann eingelagert werden – Entnahme direkt nach der Geburt

Dr. Thomas Dewitz, Chefarzt Klinik für Frauenheilkunde, Kreiskrankenhaus Gifhorn

Nach der Geburt eines Kindes ist die Nabelschnur und der in ihrer Verlängerung befindliche Mutterkuchen als Teil des Kindes funktionell nicht mehr nötig und stirbt ab.

Stammzellen befinden sich in einem deutlich erhöhten Maße g in diesem gewinnbaren Blut: Die Blutbildung, die zunächst in Leber und Milz stattfindet, zieht im letzten Schwangerschaftsdrittel über den Blutkreislauf in das Knochenmark.

Stammzellen sind Bausteine des Lebens und bilden verschiedene Gewebe wie Hautnerven und Muskeln im Körper und sind somit Wachstumszellen. Daneben haben sie Reparatureigenschaften, können zur Ausheilung von Knochenbrüchen und Hautverletzungen dienen.

Therapeutischer Einsatz von Stammzellen

Stammzellen können aber auch in der Lage sein, das blutbildende System wieder zu normalisieren und sind in diesem Rahmen das erste Mal 1988 in Paris zur Behandlung einer bestimmten Blutarmutsform eingesetzt worden.

Es besteht die Möglichkeit, das Blut einerseits zu spenden, andererseits für den Eigenbedarf einzulagern. Tiefgefroren können so bei korrekter Vorgehensweise über mehrere Jahrzehnte Stammzellen konserviert werden. Eigene Stammzellen werden beim Lymphdrüsenkrebs, verschiedenen Tumoren, Autoimmunerkrankungen sowie zurzeit noch experimentell in der regenerativen Medizin sowie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Der weithin bekannte Blutkrebs, die Leukämie, ist ein Einsatzfeld für die Fremdspende, teilweise verwandt, teilweise unverwandt.

Auch bei Blutbildungsstörungen und genetischen Erkrankungen gibt es Möglichkeiten des Einsatzes. Zahlreiche Firmen und Einrichtungen beschäftigen sich mit der Einlagerung der Stammzellen für die jeweiligen Zwecke.

Entnahme und Konservierung der Spende

Nach der Geburt wird, für das Kind nicht belastend, die Nabelschnur desinfiziert und steril über ein Überleitsystem die zur Verfügung stehende Menge von Nabelschnurblut gewonnen, mit einer Konservierungslösung vermischt und über geeignete Transportmedien und Kühlverfahren in das Labor überführt.

Erfolge in der Behandlung von Lymphdrüsenkrebs und soliden Tumoren sowie Blutkrebs-Leukämie und bei Blutbildungsstörungen, die Eigen- und Fremdspende zulassen, sind etabliert und haben bereits das Stadium der klinischen und präklinischen Studien verlassen.

Inwieweit sich die Anwendung beim Schlaganfall, angeborenen Stoffwechselstörungen sowie der regenerativen Therapie bei Herzklappen-Herzinfarkt oder bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und Multiple Sklerose durchsetzen wird, kann zurzeit noch nicht beurteilt werden.

Erforscht wird derzeit ein Weg zur Rückprogrammierung von Zellen als Alternative zum Stammzelleneinsatz. Die Erfolgsaussichten lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen. Ob und für welches Verfahren sich Eltern entscheiden, entzieht sich einer klaren Vorgabe.

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Veröffentlicht: 02.09.2010 - 08:15 Uhr
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