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Wann lohnt sich eine Aktienanleihe?

Bei Aktienanleihen wetten Sie darauf, wie sich der Kurs eines Wertpapiers entwickelt – das ist nicht ohne Risiko

Eberhard Beer, Seniorenberater, "Die alten Hasen", Gifhorn

Bei Aktienanleihen haben wir es mit einer Kombination aus festverzinslichem Wertpapier und einer Wette beziehungsweise Einschätzung auf die Entwicklung des Kurses einer bestimmten Aktie in einer bestimmten Zeit, der Laufzeit der Anleihe, zu tun.

Anfangs wird festgelegt, wie viel Stück einer bestimmten Aktie zum Beispiel dem Nennwert der Anleihe von 1000 Euro entsprechen. Hierbei kann es sich um den Tageskurs am Emissions- beziehungsweise Herausgabetag der Anleihe handeln oder nur um einen bestimmten Prozentsatz davon. Ein Beispiel: Der Kurs der Aktie liegt bei 50 Euro, also entsprechen 20 Stück dem Nennbetrag von 1000 Euro der Anleihe.

Die Anleihe hat eine bestimmte Laufzeit, die oftmals recht kurz – ein bis zwei Jahre – ist und mit einem festen Zinssatz versehen ist. Je geringer der Sicherheitspuffer der Aktie ist – sprich: der Abschlag vom Kurswert, siehe Beispiel –, desto höher wird der Nominalzins der Anleihe sein.

Ein weiteres fiktives Beispiel: Der Aktienkurs liegt bei 50 Euro, ohne Sicherheitspuffer beträgt der Anleihezins drei Prozent. Die Aktie wird im Rahmen der Aktienanleihe aber nur mit 40 Euro bewertet, dann beträgt der Zins eventuell 1,5 Prozent. Der Käufer hat hier weniger Risiko, wenn die Aktie bei Fälligkeit der Anleihe ein wenig gefallen ist.

Bei Fälligkeit der Anleihe wird dann geprüft, ob der Aktienkurs immer noch wie im Beispiel bei 50 Euro oder höher liegt. Dann erhält der Käufer den Nominalbetrag der Anleihe zurück. Ist der Aktienkurs niedriger als festgelegt, dann bekommt er in diesem Beispiel 20 Aktien zum aktuellen Kurs, der kann deutlich niedriger als 50 Euro sein.

Er hat also keinen Totalausfall, kann aber einen Verlust erleiden, wenn er die Aktien verkauft und nicht auf eine eventuelle Kurssteigerung wartet.

Wann lohnt sich also eine Aktienanleihe? Am meisten dann, wenn die zugrunde liegende Aktie sich im Kurs kaum bewegt, da man dann eine meist attraktive Verzinsung erhält und zudem am Ende das eingesetzte Kapital zurückerhält. Aber Vorsicht: Beachten Sie dabei das Emittentenrisiko! Das heißt, der Anbieter der Aktienanleihe – zum Beispiel die Bank – muss in der Lage sein, bei Fälligkeit das von Ihnen eingesetzte Kapital zurückzuzahlen. Dabei sollten Sie aber auch nicht eventuelle Dividendenzahlungen vergessen, die man an Stelle des Anleihezinses erhalten könnte.

Steigt die Aktie deutlich, hätte man wahrscheinlich mit einem direkten Aktienkauf mehr erreicht.

Es kommt also sehr auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Kapitalanlegers an, ob und wanner zur Aktienanleihe greift. In jedem Fall ist die Aktienanleihe eherrisikobereiten Anlegern zu empfehlen.

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Veröffentlicht: 30.11.2011 - 09:21 Uhr
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