Weyhäuser Rat stritt um das Gemeindeamt

Weyhausen  Das Gemeindeamt von Weyhausen soll umziehen – und statt in der Neuen Straße nun Platz im Dorfgemeinschaftshaus finden.

Das hat der Rat in seiner Sitzung am Donnerstagabend nach heftiger Diskussion gegen drei Stimmen der Wählergemeinschaft beschlossen.

Den Stein ins Rollen brachte die Übertragung der ehemaligen Spielkreisräume, die die Samtgemeinde für den Oberschulbetrieb der früheren Haupt- und Realschule benötigt. Diese Übertragung war noch unstrittig und wurde abgesegnet.

Baukosten bleiben gleich

Gleichzeitig hatte das mit der Instandsetzung des maroden Dorfgemeinschaftshauses (DGH) beauftragte Planungsbüro die Idee entwickelt, das ebenfalls sanierungsbedürftige Gemeindeamt, das sich im gleichen Gebäude wie der Spielkreis befindet, ins DGH umzusiedeln. Auch diese Räume sollten dann der Samtgemeinde angeboten worden.

„So könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, warb Reiner Radszuweit (SPD). Umzug und DGH-Sanierung zusammen würden mit 500 000 Euro zu Buche schlagen – ein ähnlicher Preis, wie für die einzelne Instandsetzung beider Gebäude. Auch CDU-Fraktionssprecher Alfred Fließwasser lobte die Idee. „Mit dem Gemeindeamt hätten wir sonst nur eine zweite Baustelle am Bein.“ Zudem sei das DGH das jüngere Gebäude – und mit der für das nächste Jahr angepeilten 250 000-Euro Sanierung hoffe man die bestehenden Baumängel zu beheben, so Bürgermeisterin Gaby Klose. Zudem wäre das Gebäude in der Neuen Straße zu klein, wenn die Schule einzieht. „Unser Archiv hätte keinen Platz mehr.“

Ganz anders sah das die Wählergemeinschaft. Thomas Lang: „Wir haben Schulden und müssten Geld sparen – 500 000 Euro sind eine große Summe.“ WGW-Ratsherr Detlef Lempke bezeichnete das DGH als „Bauruine“. „Darin noch 500 000 Euro zu investieren, dem werde ich nicht zustimmen.“

Klose brachte das auf die Palme: „Die Mängel sind lange bekannt – die WGW hatte zehn Jahre lang die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Gemacht hat sie nichts.“

Schadenersatz von Ranta?

Zudem teilte Klose mit, dass die Gemeinde im Zusammenhang mit der Vermarktung des Gewerbegebietes Klanze Schadenersatzansprüche geltend machen will: Zum einen gegen Ex-Bürgermeister und Ratsmitglied Hans-Georg Ranta. Das sei in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen worden.

Der Prozess gegen Ranta wegen Untreue vor dem Landgericht Braunschweig beginnt voraussichtlich am 20. Februar. Aufgrund der Ermittlungen müssen seine Mandate im Gemeinde- und Samtgemeinderat derzeit ruhen.

Zum anderen werde geprüft, ob auch von der Norddeutschen Immobiliengesellschaft (Nileg) Schadenersatz gefordert werden könne. Die Gesellschaft war mit der Vermarktung der Klanze-Grundstücke betraut, gab das jedoch an Ranta ab. „Die Nileg könnte hier ihre Kontrollpflicht verletzt haben.“ Zum finanziellen Schaden der Gemeinde.

Derweil will die Gemeinde Weyhausen die 2010 gestoppte Erweiterung der Klanze bis zum Mühlenweg wieder aufnehmen. Der Rat beschloss, gemeinsam mit der Volksbank ein Konzept für die die Entwicklung des Misch- und Gewerbegebietes zu entwickeln.

Ursprünglich habe auch die Sparkasse ein Angebot abgegeben, erläuterte Klose auf Nachfrage von Erich Hemmerling. Doch da ein Grundstückseigentümer nicht verkaufen, sondern nur verpachten wolle, habe die Bank sich zurückgezogen.

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