Humor nimmt am Aids-Tag die Scheu vor dem Kondom

Calberlah  Heute zeigten die Schüler aus der 10aR allen anderen Oberschülern, wie gefährlich das HIV ist - beim Aids-Tag der Schule.

Alina Wolff (links) und Lisa Poitzsch zeigen in der Oberschule Calberlah ein Modell eines Aids-Virus’.

Foto: Silberstein

Alina Wolff (links) und Lisa Poitzsch zeigen in der Oberschule Calberlah ein Modell eines Aids-Virus’. Foto: Silberstein

„Ein Kondom benutzen! Das ist es, was hängen bleibt“, sagte Alina Wolff. Und das sei schließlich das Wichtigste. „Mit dem menschlichen Auge sind sie nicht zu sehen“, ergänzte Lisa Poitzsch, „so winzig sind die Viren.“ Damit die anderen Jungen und Mädchen aus den Klassen 7 bis 10 trotzdem eine Vorstellung von den Ver ursachern der Immunschwäche haben, hatten die beiden Schülerinnen ein Modell gebaut – eine große Kugel mit Andockungsproteinen, alles aus Styropor und Zahnstochern. Und sie ließ sich öffnen, um einen Blick auf die Gene des Virus’ freizugeben. „Wir erklären, wie der Virus funktioniert und wie er sich vermehrt“, Poitzsch.

Das sei notwendig, heute mehr denn je, fand Klassenlehrerin Maike Engelbach, die den Projekttag zusammen mit Kollegin Anne Dannenberg initiiert hatte. Denn die Infektionszahlen stiegen wieder – auch in Deutschland. „In den Industrieländern glauben viele, wir hätten es im Griff.“ Falsch gedacht. Das Modell war allerdings nur eine Station an diesem Tag, die die Oberschüler besuchen konnten, eine von zwölfen. An den anderen ging es zum Beispiel auch um den Sinn der roten Schleife, das Immunsystem des Menschen, Aidstests, Ansteckungsrisiken, Krankheitsverläufe, Safer-Sex, Infektionshäufigkeiten in verschiedenen Erdteilen und Genitalverstümmelungen. Bjarne Bauer sammelte Fotos und Zitate für die Homepage der Schule.

„Die Schüler haben das alles selbst vorbereitet“, freute sich die Engelbach. Ihr sei wichtig gewesen, dass die Jungen und Mädchen nicht nur eine Ausstellung besuchen, sondern auch selbst aktiv werden können. „Nur Vorträge, da bleibt nichts hängen.“

Eine der Aufgaben war unter anderem, ein Kondom auf einem Holzstab anzulegen. „Viele genieren sich“, sagte Joshua Breuer, der die Station betreute. Doch mit dem Einsatz seines Humors bekam er fast jeden Drückeberger dazu, die Übung zu absolvieren.

Zum Schluss hatten die Probanden bei einem Quiz zu zeigen, was sie gelernt haben. „Ich hatte schon eine Gruppe, die wusste alles“, freute sich Lena Kaufmann an dieser Station über das Interesse ihrer Mitschüler am Thema. Im Durchschnitt wüsstet die Jugendlichen „schon eine Menge“. Und wer die richtigen Türchen öffnete, konnte auch etwas gewinnen: Postkarten, Lutscher und Kondome.

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