Alte Säcke aus Rothemühle lassen Kamelle regnen

Gifhorn  Wenn in fünf Wochen die närrische Jahreszeit ihren Höhepunkt erreicht, wollen die Altherren-Fußballer des TSV Rothemühle Kamelle regnen lassen.

Wanjo Kollmitz (von links), Monika Boguschewski, Andreas Werner, Achim Wedmann und Michael Zydatbastlen den Mottowagen für den Karneval.

Foto: Wimmer

Wanjo Kollmitz (von links), Monika Boguschewski, Andreas Werner, Achim Wedmann und Michael Zydatbastlen den Mottowagen für den Karneval. Foto: Wimmer

Dafür wird in diesen Tagen mit Hochdruck am Gefährt für die Jecken-Tour beim Braunschweiger Karnevalsumzug gearbeitet.

Es muss warm und trocken sein. Und viel Platz wird gebraucht, wenn bis zu 15 Helfer am Werkeln sind, um mit Hammer, Bohrmaschine und Pinsel aus einem, mit Spanplatten verkleideten Anhänger einen ansehnlichen Karnevalswagen werden zu lassen.

Die Altherren-Fußballer um Andreas Werner, Monika Boguschewski, Achim Wedmann, Wanjo Kollmitz und Michael Zydat haben für die mehrwöchige Mission in der Halle der Biogasanlage Dralle Unterschlupf gefunden. An den Geruch gewöhnt man sich“, versichert Boguschewski als den Besuchern spontan übel hochsteigt. Sie behält recht.

Der Wagenbau der Narren aus der Fußball-Zunft ist nicht zum ersten Mal dort untergebracht. „Wir sind jetzt das vierte Mal beim Umzug dabei und haben uns von Jahr zu Jahr weiterentwickelt“, berichtet Werner. Bei der Premiere wurden 250 Arbeitsstunden eingesetzt. In diesem Jahr sind nur noch 150 veranschlagt. In dieser Zeit entsteht ein ausgeklügelter Wagen mit diversem Komfort. „Wir haben sogar ein Dixi-Klo dabei“, berichtet Zydat. Es gibt Korbkonstruktionen, aus denen heraus die mitfahrenden Kinder Berge von Süßigkeiten auf die Passanten herunter regnen lassen.

Der Einkaufszettel kann sich sehen lassen: 100 Kilo Kamelle, 100 Beutel Popcorn, 2500 Stück Traubenzucker und Kaubonbons, 1200 Lollis und viele Kleinigkeiten sind darauf vermehrt. Geht das nicht ganz schön ins Geld? „Das ist richtig“, bestätigt Werner, „Aber wir haben etliche Sponsoren, die das möglich machen“.

Jedes Jahr muss ein neues Motto gefunden werden. Nach Wett-Mafiosis und Schlager-Fuzzys gehen die Hobbynarren dieses Mal als „Alte Säcke“ an den Start. Tragende Requisiten werden Jutesäcke sein.

„Da schlüpfen wir alle rein“, verrät Wedmann. Den Kindern bleibt das erspart. „Sie dürfen Fußballtrikots tragen“, berichtet Boguschewski.

Insgesamt werden etwa 30 Personen auf dem Wagen Platz finden. Wenn er am 10. Februar frühmorgens von einem PS-starken Traktor gezogen, eine gute Dreiviertelstunde zum Sammelpunkt tuckert, beginnt für die Teilnehmer ein langer Tag. „Gegen 17 Uhr kommen die letzten Wagen zum Finale an der Stadthalle an“, berichtet Werner. Dass der Alte-Säcke-Wagen bis dahin die süße Munition komplett verschossen hat, wird von den Machern garantiert. Bis es aber soweit ist, wird zweimal pro Woche fleißig gemalt und gewerkelt.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort