„Weihnachten soll nicht für die Katz’ sein“

Gifhorn  Tausende Gifhorner erlebten die Christmesse in St. Nicolai und vor der Kirche auf dem Marktplatz. Technische Pannen störten die Feier.

Superintendent Michael Thiel predigte an Heiligabend von Tausenden Gifhorner auf dem Marktplatz vor St. Nicolai.

Foto: Schacht

Superintendent Michael Thiel predigte an Heiligabend von Tausenden Gifhorner auf dem Marktplatz vor St. Nicolai. Foto: Schacht

2010 Eisregen und Bibber-Frost, 2011 Regen, wenngleich ohne Eis, und 2012 mit plus 9 Grad beinahe frühlingshafte Temperaturen zur Christmesse, zu der sich Tausende an Heiligabend Punkt 18 Uhr vor und in der Nicolai-Kirche versammelt hatten.

Und doch hat eines Bestand, egal, ob es warm ist oder eiskalt: Das Wunder der Weihnacht.

Die Predigt von Superintendent Michael Thiel enthielt die Geschichte eines Katers, der sich vorder Bescherung in die gute Stube schleicht, kurzerhand die Heilige Familie aus dem Stall von Bethlehem schubst und es sich selbst darin gemütlich macht.

Die lieblich lächelnden Engel über dem Stall halten über dem faulen Stubentiger ihr Band „Ehre sei Gott in der Höhe“ hoch, denn sie haben die wesentliche Veränderung zu ihren Füßen nicht mitbekommen. Thiel fragte: „Und welche Kater haben sich in unseren heiligen Stall geschlichen? Und, bekommen wir die wesentliche Veränderung mit?“ Ihm selbst, so Thiel, würden mögliche Kater einfallen: Beispielsweise die religiöse Oberflächlichkeit. „Wir stellen eine Krippe auf, die ganze Stadt ist adventlich geschmückt, wir treffen uns beim Gottesdienst auf dem Marktplatz, aber der Glaube an Gott bleibt leer.“

Gott lasse sich in eine Krippe legen, um „sichtbar in unsere hilflosen Lebenssituationen einzuziehen“. Thiel mahnte: „Wenn wir ihn nicht mehr sehen, dann werden wir auch den Nächsten aus dem Blick verlieren.“

Und es gebe den Kater der schlechten Laune und des Streits. Gerade in diesen Tagen suche er sich den Platz unterm Weihnachtsbaum.

Doch der Superintendent machte Hoffnung: „Weihnachten soll nicht für die Katz’ sein. Helfen Sie mit, diesen Kater zu vertreiben und sorgen Sie für Frieden in den Familien.“

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst – der an einigen technischen Pannen krankte und daher von etlichen Besuchern auf dem Marktplatz akustisch nur schlecht und von den Besuchern in der Kirche nicht per Bildübertragung auf dem Beamer verfolgt werden konnte – vom Nicolai-Posaunenchor unter der Leitung von Kreiskantor David Menge.

Anne Bungeroth las die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort