Erste Standards für Barrierefreiheit

Gifhorn  Gemeinsam mit dem Behindertenbeirat hat die Stadt Gifhorn erste Standards für Querungshilfen, Kreiselanlagen und Haltestellen entwickelt.

Armin Sue, Andreas Marks und Barbara delle Monica begutachten das Pflaster am Behindertenparkplatz im Cardenap.

Foto: Alisch

Armin Sue, Andreas Marks und Barbara delle Monica begutachten das Pflaster am Behindertenparkplatz im Cardenap. Foto: Alisch

Es ist kostete bisher Zeit und verursachte oft doppeltes Arbeiten, wenn sich in Baupläne Fehler in Sachen Barrierefreiheit einschlichen. Gemeinsam mit dem Behindertenbeirat hat die Stadt Gifhorn erste Standards für Querungshilfen, Kreiselanlagen und Haltestellen als neutrale Grundlage entwickelt und möchte damit Vorreiter für den gesamten Landkreis werden.

„Es war bisher ein bisschen frustrierend, dass immer wieder die gleichen Defizite auftauchten“, weiß Armin Sue aus dem Behindertenbeirat. „Mit einem flächendeckend geltenden Grundplan müsste künftig nur noch diskutiert werden, wenn es um Einzelfälle und Ausnahmen geht.“ Fachbereichsleiter Joachim Keuch und Mitarbeiterin Astrid Behrens fingen also an der Basis an und fragten konkrete Bedürfnisse für Menschen mit Seh- und Gehbehinderungen ab.

„Ein wichtiges Element für die Sicherheit an Querungen sind beispielsweise taktile Elemente, die bei einer Nullabsenkung den Ort des sicheren Wegs über die Fahrbahn erfühlbar machen“, beschreibt Behrens. Im Stadtgebiet werden solche Forderungen bei Neuanlagen und Sanierungen schon umgesetzt, Altbauten werden im Bedarfsfall nachgerüstet und angepasst. Für die Neuanlage von Kasseler Borden für Niederflurbusse nutzt die Stadt ein Förderprogramm, dass 75 Prozent der Kosten erstattet. Die nächsten barrierefreien Bushaltestellen entstehen in der Braunschweiger Straße.

Auch der Bereich Marktplatz hat schon profitiert, indem eine neue Wegführung zwischen den Pflastersteinen erstellt wurde. Gibt es grünes Licht für Haushaltsmittel, dann kommt der Lückenschluss zum Behindertenparkplatz im Cardenap und weiter bis zum Ärztehaus schon im kommenden Jahr. Zunächst wurde Kies in die Rillen geschlämmt.

Die Beiratsvorsitzenden Barbara della Monica ist vom Engagement der Stadt begeistert: „Ein ganz großes Lob, dass diese Standards so unkompliziert mitgetragen werden. Das ist ein Riesenschritt.“ Beiratskollege Dietrich Butowski, lang im Bauausschuss des Kreistags vertreten geht noch weiter: „Ich würde mir auch für die gesamte Fußgängerzone eine Broschüre wünschen, welche Geschäfte, Apotheken und Gebäude zugänglich sind. Das hätte sogar einen Werbeeffekt. Und manchmal sind es nur ganz unauffällige, niedrige Rampen, die das Problem lösen. Von denen würden alle Gifhorner profitieren.“

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