Diätpulver im Internet bestellt, aber Rechnung nicht bezahlt

Gifhorn  Ein Gifhorner soll über das Internet ein sagenhafte Erfolge versprechendes Diätmittel geordert aber nicht bezahlt haben.

Justizia ist die Verkörperung der Gerechtigkeit.

Foto: Peter Steffen/dpa

Justizia ist die Verkörperung der Gerechtigkeit. Foto: Peter Steffen/dpa

Weil er den Kaufpreis von 117 Euro aber nicht bezahlt hatte, musste sich ein 50-jähriger Mann aus dem Nordkreis jetzt wegen Betruges vor der Strafrichterin am Gifhorner Amtsgericht verantworten.

„Ich habe mit diesen Pülverchen nichts am Hut und sie definitiv nicht bestellt“, beteuerte der Angeklagte. Der schmal gebaute Mann ergänzte: „Ich könnte eher ein bisschen mehr Speck auf die Rippen gebrauchen als eine Diät.“

Immerhin räumte der Beschuldigte ein, das angebliche Wundermittel gesehen zu haben. „Da stand was in der Küche rum, aber mich hat es nicht gekümmert, weil ich eher der rustikale Esser bin“, berichtete der Angeklagte.

Als die Richterin den Beschuldigten mit einer Unterschrift konfrontierte, die den Empfang der Sendung bestätigt, erklärte er: „Das war meine Frau, denn die schreibt sauber, während ich eine Doktorklaue habe.“

Auch die extravagant klingende Email-Adresse, über die die Bestellung getätigt wurde, gehört nachweislich der Ehefrau, ergab die Beweisaufnahme. Die Bestellung war aber auf den Namen des Mannes getätigt worden. „Die Rechnung und die Mahnungen sind doch an Sie gegangen“, hakte die Richterin nach. „Die habe ich nie gesehen“, beteuerte der Beschuldigte, überhaupt erst bei der Polizei von den Vorwürfen gegen ihn erfahren zu haben.

Nun lag es an der als Zeugin geladenen Ehefrau, Licht ins Dunkel zu bringen. Bei der polizeilichen Vernehmung hatte sie behauptet, ihr Ehemann hätte sie gedrängt, die Tat auf sich zu nehmen. Die Richterin belehrte sie ausführlich, dass sie als Ehefrau, und auch wenn sie sich selbst einer Straftat bezichtigen würde, die Aussage verweigern könne. „Ich sage nichts“, sagte die Ehefrau.

Der Staatsanwalt beantragte daraufhin Freispruch für den Angeklagten. „Ich kann Ihre Täterschaft nicht mit letzter Sicherheit nachweisen“, lautete seinen Argumentation.

Die Richterin folgte seinem Antrag – jedoch nicht ohne der Ehefrau ins Stammbuch zu schreiben, dass das letzte Wort in diesem Fall noch nicht gesprochen sein könnte.

„Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft prüfen wird, ob sie in dieser Sache ein Verfahren gegen Sie einleitet“, gab sie der Frau mit auf den Weg.

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