"Das Ganze ist ein böser Trick"

Bürgermeisterin fürchtet vollendete Tatsachen durch gesperrte Grasseler Straße – Bechtsbütteler fordern Tunnel

Teilnehmer der Bechtsbütteler Informationsveranstaltung initiierten eine Unterschriftensammlung zur Forderung nach einem Tunnel für die Landesstraße 293.    

Foto: Stefan Lohmann

Teilnehmer der Bechtsbütteler Informationsveranstaltung initiierten eine Unterschriftensammlung zur Forderung nach einem Tunnel für die Landesstraße 293.     Foto: Stefan Lohmann

BECHTSBÜTTEL. "Wir haben nichts gegen den Ausbau des Waggumer Flughafens. Das stellten Vertreter von Gemeinde Meine und Kreis Gifhorn in der Informationsveranstaltung zur geplanten Verkehrsführung um die verlängerte Start- und Landebahn klar.

Etwa 100 Bürger waren Donnerstagabend in das Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um den neuesten Stand der Planungen zu erfahren. Unter ihnen waren viele Anwohner aus dem angrenzenden nördlichen Braunschweiger Stadtgebiet. Sie alle wollten vor allem ihrem Unmut über die geplante Sperrung der Landesstraße 293 zwischen Waggum und Querumer Holz Luft machen. Der Ausbau der Landebahn kappt hier die Grasseler Straße.

Viele der Braunschweiger Diskussionsteilnehmer wollten wissen, warum eine Sperrung in den nächsten Monaten anstehe, "wenn doch noch keine Alternative ausgearbeitet" sei.

Dass es keine abschließende Planung gebe, bestätigte Holger Schulz, stellvertretender Bau-Fachbereichsleiter des Landkreises Gifhorn. "Die Stadt Braunschweig weiß nicht, was sie will", sagte Schulz und wies darauf hin, dass der Kreis keine Entscheidungsgewalt besitzt. Doch lasse man sich nicht den schwarzen Peter zuschieben, trat Schulz dem Vorwurf der Untätigkeit entgegen. Vielmehr wollte er die Sorgen der Anwohner aufnehmen und Landrätin Marion Lau vortragen, die dann "auf politischer Ebene Gespräche führt".

Einhellige Forderung aus der Versammlung war der Bau eines Tunnels als umweltverträglichste und bürgerfreundlichste Lösung, was ein befürchtetes erhöhtes Verkehrsaufkommen besonders in Bechtsbüttel angeht. "Das Ganze ist ein böser Trick, brachte Meines Bürgermeisterin Ines Kielhorn aus ihrer Sicht das Vorgehen der Stadt auf den Punkt. Mit der Sperrung schaffe man Tatsachen, die schwer wieder rückgängig zu machen seien. Als Gemeinde werde man für die Bürger kämpfen, so Kielhorn. Dazu könne sich jeder in eine Unterschriftenliste eintragen, die dann an den Landkreis übergeben werde.

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