Logo
Debatte

Rekord: Super kostet 1,72 Euro

Region Die Preise für Superbenzin befinden sich derzeit auf einem Höchststand. Fachleute können noch nicht absehen, ob sich das bald ändert.

Von Verena Mai

„Wie sich der Preis entwickelt, wird von politischen Faktoren beeinflusst“, sagt Karin Retzlaff vom Mineralölwirtschaftsverband. Bei Lieferantenländern in schwierigen politischen Lagen wie etwa dem Iran oder Nigeria sei die Frage, ob sie auch mittelfristig weiter Öl verkauften. „Wenn sich die Wirtschaft in den USA erholt, wächst der Ölbedarf dort wieder“, urteilt Andreas Hoelzel vom ADAC, und auch dann könne der Rohölpreis wieder steigen.

Der hohe Einkaufspreis für Rohöl mit derzeit 123 Dollar pro Barrel ist nämlich eine Ursache für den aktuellen Benzinpreis, der andere der schwache Euro, sagt Karin Retzlaff. Denn Rohöl wird in Dollar bezahlt, und auch der Dollar ist im Vergleich zum Euro teurer geworden. Auch die Heizölnachfrage nach dem Kälteeinbruch im Januar hat den Preis getrieben, sagt Andreas Hoelzel, der den Benzinpreis als „viel zu hoch“ bezeichnet. Auch Diesel habe sein Rekordhoch aus dem Jahr 2008 fast erreicht.

Das bleibt wohl auch erstmal so. „Allein in den letzten Tag ging der Ölpreis täglich nach oben“, informiert Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst. Ursache ist die wachsende hohe Nachfrage, etwa aus Asien. „2012 droht ein teures Benzinjahr zu werden, wenn sich nichts ändert“, sagt er. Doch mit Versorgungsengpässen müsse man wohl nicht rechnen, Öl gebe es genug. Wiek: „Wir haben derzeit keine Öl-Krise, sondern vielmehr eine Ölpreis-Krise“, sagt er.

Anzeige
Zum Artikel
Veröffentlicht: 21.02.2012 - 19:08 Uhr
+ - Textgröße drucken
Fotos & Videos
ANZEIGEN
ANZEIGE
E-Paper
Titelseite
Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung – Jetzt lesen!
ANZEIGE
ANZEIGE