Große Pläne für den Bahnhof Gliesmarode

Braunschweig  Gleisanlage und Bahnsteig werden saniert. Es soll ein Verkehrsknoten mit modernem Vorplatz entstehen.

Ein Zug in Richtung Gifhorn hält am Bahnhof Gliesmarode. Sowohl der Haltepunkt selbst als auch der Bahnhofsvorplatz sollen in den kommenden Jahren komplett neu gestaltet werden. Die Stadt will damit auf das zu erwartende erhöhte Pendleraufkommen reagieren.Foto: Karsten Mentasti

Ein Zug in Richtung Gifhorn hält am Bahnhof Gliesmarode. Sowohl der Haltepunkt selbst als auch der Bahnhofsvorplatz sollen in den kommenden Jahren komplett neu gestaltet werden. Die Stadt will damit auf das zu erwartende erhöhte Pendleraufkommen reagieren.Foto: Karsten Mentasti

Am Bahnhof Gliesmarode steigen täglich rund 200 Pendler ein und aus, die zwischen Gifhorn/Uelzen und Braunschweig pendeln. Ihre Zahl könnte sich nach Prognosen verzehnfachen, wenn die Taktfrequenz des Zugverkehrs wie geplant erhöht wird.

Der Haken an der Sache: Der Bahnhof ist marode und ungepflegt, entspricht nicht aktuellen Ansprüchen. Wetterschutz und Beleuchtung sind ungenügend. Auch der Zugang zu den Gleisen ist insbesondere in der dunklen Jahreszeit alles andere als eine Freude.

Daher plant die Bahn als Eigentümerin des Bahnhofs eine Komplettsanierung mit neuen Bahnsteigen, Beleuchtung – und mit barrierefreiem Zugang direkt zwischen den Gleisen über eine neue Rampe. Der Zugang zum Bahnhof soll verlegt werden, so dass künftig niemand mehr über Gleise steigen muss. Die Kosten liegen voraussichtlich bei 3,1 Millionen Euro.

Mit an Bord ist auch der Regionalverband Großraum Braunschweig. Wie Detlef Tanke, Vorsitzender der Verbandsversammlung, bei einem Pressetermin erläuterte, wird 2019 oder 2020 mit einem Beginn der Bauarbeiten gerechnet. Möglich werde die Sanierung, weil die Zuweisungen des Landes an den Regionalverband steigen.

Der Takt aller Regionalbahnen rund um Braunschweig wird erhöht, zunächst auf einen Zug pro Stunde, perspektivisch sogar auf eine halbstündige Taktung. Die Strecke von und nach Gifhorn kann aufgrund ihrer Eingleisigkeit allerdings erst als letzte auf die schnellere Taktung umgestellt werden – voraussichtlich Ende 2018.

Wenn die Bahn mit der Umgestaltung des Bahnhofs Gliesmarode fertig ist, dann soll aus dem jetzt wenig freundlichen Bahnhofsumfeld bereits ein belebter Bahnhofsvorplatz mit lokalem und regionalem Verkehrsknotenpunkt geworden sein – so kündigt es Oberbürgermeister Ulrich Markurth an.

Mehr noch: Das ganze Umfeld soll neu entwickelt werden. Dabei kommt der Stadt zugute, dass ihr die meisten Flächen westlich der Bahnanlagen gehören – etwa der Weg am Bahndamm in Richtung Grünewaldstraße, der zum Ringgleis-Teilstück wird. Außerdem eine Grünfläche westlich des Bahndamms, wo sowohl ein Jugendplatz als auch der eigentliche Bahnhofsvorplatz entstehen sollen – mit Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Ladestationen für E-Autos und Umsteigemöglichkeiten in Busse und Straßenbahn. Im Sommer 2019 soll dann westlich der Bahnunterführung ein neuer gemeinsamer Umsteigebahnhof für Straßenbahn und Busse entstehen.

„Für Regionalbahnfahrer soll es schneller gehen, von einem in das nächste Verkehrsmittel umzusteigen“, so Markurth. Die Takte der Busse und Stadtbahnen würden dafür erhöht. Auch die Bewohner Gliesmarodes und des Östlichen Ringgebiets profitierten von dem neuen Angebot der Verkehrs-GmbH.

Das Gelände der bisherigen Außenstelle der Berufsbildenden Schule V, die in die Kastanienallee umzieht, kann Markurth zufolge für die Entwicklung des Bahnhofsumfelds genutzt werden. Er rechnet damit, dass dort ein noch zu findender privater Investor Wohnhäuser baut – möglichst mit Bäckerei, Supermarkt und Kiosk, um den Bahnhofsvorplatz weiter zu einem attraktiven und belebten Platz zu machen. Auch eine Tiefgarage sei denkbar. Die städtische Kita Böcklinstraße bleibe erhalten.

Noch in diesem Jahr will die Stadt ihre Pläne den Bewohnern im Umfeld des Bahnhofs vorstellen und Anregungen aufnehmen. Die Bezirksräte sowie der Planungs- und Umweltausschuss des Rates sollen Anfang 2018 in die Planungen einbezogen werden.

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