Querumer warten vergeblich auf Briefe

Braunschweig  Leser in Querum und Schapen beschweren sich, dass seit Tagen keine Briefe kommen. Die Post räumt Fehler ein.

99 Prozent der Briefe werden laut Post einen Tag, nachdem sie eingeworfen wurden, zugestellt. In Querum kommt aber gar kein Postbote.

Foto: Oliver Berg/dpa

99 Prozent der Briefe werden laut Post einen Tag, nachdem sie eingeworfen wurden, zugestellt. In Querum kommt aber gar kein Postbote. Foto: Oliver Berg/dpa

Wahlunterlagen, Rezepte, Geschäftspapiere – wer in Querum in den vergangenen Tagen wichtige Post erwartete, wartete häufig vergeblich. Denn in Teilen des Stadtteils blieben die Briefkästen bis zu zwei Wochen lang leer. Gleich mehrere Leser haben sich auf unserem Portal Alarm38 oder telefonisch bei uns gemeldet.

„Ich warte auf einen wichtigen Brief. Aber auch die Zeitschrift, die normalerweise am Donnerstag kommt, und Geschäftsunterlagen sind nicht bei uns angekommen“, schreibt zum Beispiel Beate Müller.

Die Nutzerin „Bürgerin“ pflichtet ihr bei: „Sowohl im Bereich Blumensiedlung als auch in der Fischerkampsiedlung in Querum sieht man seit einigen Tagen keinen Zusteller. Ich warte auf Briefwahlunterlagen, die laut Wahlamt am 2. Oktober versandt wurden und bis zur Sekunde nicht gekommen sind.“

Und Reinhold Ritter musste extra ins Ärztehaus fahren, um dort ein Rezept abzuholen. Eigentlich sollte es per Post bei ihm ankommen. Seit einer Woche war der Briefträger aber auch bei ihm und seiner Frau nicht mehr. Weil er die Medikamente dringend brauchte, musste der Rentner sich selbst auf den Weg machen.

Probleme scheint es auch in Schapen zu geben: „Seit vergangener Woche Donnerstag wurde bei uns keine Post mehr zugestellt“, schreibt ein Nutzer aus dem Ortsteil auf Alarm38.

Beate Müller ärgert sich besonders darüber, dass es bei der Post keinen lokalen Ansprechpartner gibt. „Ich habe eine Reklamation im Kundenzentrum in Bonn aufgegeben. Die haben das aufgenommen und wollen uns schriftlich informieren. Nur – wie soll das gehen, wenn wir keine Post bekommen?“

Post-Sprecher Martin Grundler verweist Kunden tatsächlich an das zentrale Kundenzentrum, eine andere Möglichkeit gebe es nicht: „Es kann immer mal sein, dass es Verzögerungen bei der Auslieferung gibt.“ Gründe können ihm zufolge liegengebliebene Lastwagen oder unsauber geschriebene Anschriften sein. Grundsätzlich erfülle die Post ihre gesetzlichen Pflichten. Das Vertragswerk mit dem sperrigen Namen Post-Universaldienstleistungsverordnung verpflichtet die Post, 80 Prozent der eingeworfenen Briefe am nächsten Tag zuzustellen. „Untersuchungen zeigen, dass wir das bei 99 Prozent schaffen“, so Grundler.

Ein liegengebliebener Lastwagen ist nun aber nicht die Ursache dafür, dass in Querum überhaupt keine Post kommt – das muss auch Grundler zugeben: „Dort ist tatsächlich der Briefträger krank geworden. Statt eines festen Vertreters haben unterschiedliche Mitarbeiter die Route übernommen. Denen fehlte die Routine.“ Wenn ein Briefträger seine Arbeitszeit überschreite, müsse er seine Tour abbrechen. „Normalerweise sollte er seinen Dienst am nächsten Tag dort fortsetzen, wo er aufgehört hat. Das ist hier anscheinend nicht passiert“, räumt Grundler ein. „Wir können nur um Entschuldigung bitten und versprechen, dass wir mit Hochdruck daran arbeiten, dass die Post ganz schnell ankommt.“

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