A 391, Stobenstraße, Ring – Nadelöhre für Nord-Süd-Verkehr

Braunschweig  Die Stadt erklärt, warum innerstädtische Hauptstraßen zeitgleich mit der Autobahn saniert werden.

Im Süden der Innenstadt wird es eng für Autofahrer. In Kürze beginnen dort, wie berichtet, die Bauarbeiten in der Stobenstraße – und das ist eine Hauptzufahrt zur City. Zeitgleich wird es auch wenige hundert Meter weiter östlich einspurig. Der Altewiekring wird zum Nadelöhr, wenn dort die Haltestellen umgebaut werden. Bis mindestens August dauern die Bauarbeiten. Und Autofahrer fragen sich: Wo sollen wir dann lang fahren?

Denn auch im Westen wird zeitgleich auf einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung gebuddelt. Die Fahrbahndecke der A 391 (Westtangente) wird zwischen Lehndorf und Gartenstadt erneuert.

Das sagen Braunschweigs Autofahrer

Im Internet-Portal „Alarm 38“ unserer Zeitung mehrt sich die Kritik. Ein Nutzer mit dem Pseudonym „Emil von Bussi“ meint: „So also sieht die bessere Baustellenplanung der Stadt aus. Spätestens ab 18. März, wenn auch die Stobenstraße nicht mehr als Umleitung genutzt werden kann, ist das Verkehrschaos perfekt. Und die vielen Tausend Busfahrgäste, die zum Beispiel auf dem Altewiekring im Stau stehen werden, freuen sich über fast sechs Monate lang Verspätung.“

An den elektrischen Vorzeigebus Emil denke wohl keiner. Bei großen Verspätungen könne der nämlich nun mal nicht fahren.

So reagiert die Stadtverwaltung auf die Kritik der Autofahrer

Die Stadt kontert diese Kritik. Der Ausweichverkehr von der Baustelle auf der A 391 werde im Wesentlichen das westliche Stadtgebiet betreffen, heißt es. Während der Bauarbeiten dort würden die städtischen Hauptverkehrsstraßen im Westen weitgehend frei von Baustellen gehalten, versicherte Behördensprecher Adrian Foitzik.

Selbstverständlich könne ein städtisches Straßennetz nicht völlig ohne Probleme den Ausweichverkehr einer mehrstreifigen Autobahn übernehmen. Fast in jedem Jahr würde an einer der Autobahnen gearbeitet. Foitzik: „Würde dann auf den städtischen Hauptverkehrsstraßen nicht mehr gearbeitet, wäre es nicht möglich, die dringend notwendigen Investitionen in das umfangreiche Leitungs-, Kanal-, Straßen- und Stadtbahnnetz zu realisieren.“

Aus Sicht der Stadtverwaltung seien die 2016 geplanten Baumaßnahmen auf städtischen Straßen gut kombinierbar mit den Arbeiten auf der A 391. Wie berichtet, geht es im Osten der Innenstadt diese Woche auf dem Hagen- bzw. Altewiekring los. In Höhe Jasperallee werden die Bushaltestellen niederflur- und behindertengerecht umgebaut. Bis Mitte August werden die Arbeiten andauern.

Warum dauert der Umbau der Haltestellen fast ein halbes Jahr?

Für den Busverkehr und für Autofahrer bedeutet dies erhebliche Belastungen, die im Internet-Portal „Alarm 38“ unserer Zeitung nicht unkommentiert bleiben.

Man wundert sich über die veranschlagte Bauzeit. Ob die Arbeiten fünfeinhalb Monate dauern müssten? Ein Nutzer: „Fünf bis sechs Wochen wären vielleicht angebracht, aber fast ein halbes Jahr?“ Die Tangentenerneuerung beschere dem Westen Dauerstau, und jetzt lege man auch noch „den Osten lahm. Vielen Dank, liebe Stadtverwaltung!“

Die äußerte sich gestern dazu wie folgt: Der Umbau der Haltestellen sei aufwendig, weil der Verkehr während der Bauzeit aufrechterhalten werde – auch der für Radfahrer und Fußgänger. Adrian Foitzik: „Dadurch ist der Baufortschritt nicht so schnell wie bei einer Vollsperrung, die an dieser Stelle aufgrund der Verkehrsintensität nicht infrage kommt.“

Die Arbeiten fänden nicht nur am Fahrbahnrand, sondern auch am Mittelstreifen statt. Dort werde eine Verkehrsinsel erneuert. „Das macht eine umfangreiche Verkehrssicherung notwendig.“ Gleichzeitig würden auch Leitungen verlegt und Anpassungen der Ampelanlage vorgenommen.

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