Stromschlag – Hündin kippt an Haltestelle um

Braunschweig  Ein defektes Beleuchtungskabel setzt ein Wartehäuschen am Neustadtring unter Strom. Es wird nun repariert.

Das war ein Schreck in der Abendstunde für die Mischlingshündin Karla (10). Es passierte beim Gassigehen am Neustadtring. Plötzlich, aus unerfindlichen Gründen schreit die Hündin laut auf und sinkt zu Boden. Was Halterin Brigitte Kempka erst viel später erfahren sollte: Das Tier erhielt an der Bushaltestelle Maschstraße einen empfindlichen Stromschlag.

Verkehrs-GmbH und BS-Energy sind inzwischen über den Vorfall informiert. Mindestens ein weiterer Hundebesitzer hat nach Informationen unserer Zeitung bei BS-Energy gemeldet.

Doch was genau ist an der Haltestelle passiert? Laut BS-Energy gab es an dem Wartehäuschen einen Kabeldefekt, der inzwischen wieder behoben sei. Sprecherin Annette Schütz: „Die Bushaltestelle ist allerdings noch für Wartungsarbeiten gesperrt.“

BS-Energy bedauert den Vorfall

Bei dem Kabel handele es sich um einen Niederspannungsanschluss (230 Volt) zur Beleuchtung des Wartehäuschens. Wie stark der Strom war, den die Hunde abbekommen haben, könne man im Nachhinein nicht sagen. Schütz: „Ein durchgeschmortes Kabel hat natürlich nicht die Leitfähigkeit eines intakten Kabels.“

Menschen haben danach offenbar keine Stromschläge erhalten. BS-Energy möchte sich für die Vorfälle entschuldigen. „Wir bedauern das sehr.“

Doch zurück zu dem Stromschlag, den die Hündin vor zwei Wochen erhielt – ohne dass zunächst klar war, was mit ihr überhaupt geschah. Unter Schmerzensschreien sei das Tier zusammengebrochen, berichtet Brigitte Kempka, die sofort versuchte, ihrer Hündin zu helfen. Doch wie? Sie tastet Karla ab und spürt ein seltsames „Vibrieren des Vorderlaufs – als ob da Strom durchläuft“. Aber woher soll der denn kommen?, fragt sich die Halterin. Sie vermutet also eine Verletzung an der Pfote, Streusalz könnte die Schmerzen verursacht haben.

Nachbarin hilft der Hündin

Eine Nachbarin hört derweil die Schmerzensschreie des Tieres. Sie öffnet ihr Fenster und bietet Hilfe an, bringt auch ein Handtuch, um die Pfoten des Tieres vom Salz zu reinigen. Nach einiger Zeit rappelt sich die Hündin dann auch wieder auf und schafft es nach Hause. Doch das Erlebte geht Brigitte Kempka nicht aus dem Kopf. Umso mehr wundert sie sich, dass um die Bushaltestelle Tage später ein Bauzaun steht.

Eine befreundete Hundebesitzerin klärt sie auf: Angeblich sei an der Haltestelle nach einem Hinweis „Kriechstrom“ festgestellt worden und dies sei auch der Grund, warum mehrere Hunde hier mit lauten Schreien zusammengebrochen seien. „Die Tiere haben einen Elektroschock bekommen.“ Dass weder die Verkehrs-GmbH noch BS-Energy die Öffentlichkeit auf das Problem hingewiesen hätten, sei nicht akzeptabel, findet Brigitte Kempka. Sie meint: „Es wäre doch für Mensch und Hund wichtig, von offizieller Seite zu erfahren, was an dieser Haltestelle nicht in Ordnung ist.“

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