Lebensgefahr in der Silvesternacht

Braunschweig  Vom Karstadt-Parkdeck mit 100 Feiernden werden volle Flaschen geworfen. Ein Streifenwagen wird zerstört. Dann spitzt sich die Lage dramatisch zu.

Rund um die Karstadt-Spindel spielten sich in der Silvesternacht dramatische Szenen ab.

Foto: Henning Noske

Rund um die Karstadt-Spindel spielten sich in der Silvesternacht dramatische Szenen ab. Foto: Henning Noske

In der Silvesternacht hat es nach sicheren Informationen unserer Zeitung in Braunschweig einen schweren Zwischenfall gegeben, über den die Polizei Braunschweig die Öffentlichkeit nicht unterrichtet hat.

Als aus einer Gruppe von 60 bis 100 Feiernden auf dem obersten Parkdeck der sogenannten Karstadt-Spindel rund zehn zum Teil volle Bier- oder Sektflaschen geworfen wurden, gerieten zwei Streifenbeamte der Braunschweiger Polizei in Lebensgefahr. Aus rund 20 Meter Höhe geworfene Flaschen hatten die Wucht von Geschossen und durchschlugen die Windschutzscheibe des Streifenwagens, schlugen auch auf dem Dach ein.

Ein Augenzeuge berichtete unserer Zeitung: „Es war keine geschlossene Gruppe auf dem Parkdeck. Die Feiernden – ich sage mal, Klientel Studenten – hatten wohl zufällig zusammengefunden. Jedes Jahr ist das Parkdeck in der Silvesternacht eine Art Treffpunkt.“

Der Streifenwagen wurde zerstört, die Beamten flüchteten hinter einen Krankenwagen, mit dessen Besatzung sie sich gerade um ein auf dem Gehweg gestürztes Mädchen gekümmert hatten.

Anschließend wurden 15 Einsatzwagen der Polizei alarmiert – und die Beamten rückten mit Helmen ausgerüstet gegen das Parkhaus vor.

Dann kam es zur zweiten dramatischen Zuspitzung in dieser Nach. Die feiernden, oft angetrunkenen Menschen wollten vom Parkdeck flüchten und begannen damit, unter Lebensgefahr ein Stahltor in Höhe des 1. Geschosses über eine schmale, glatte Brüstung zu umklettern. Von hier droht ein Sturz in mehr als fünf Meter Tiefe.

Nach Informationen unserer Zeitung halfen die Polizeibeamten daraufhin rund 60 Menschen, sicher das Tor zu umklettern.

Anschließend wurde auf eine Feststellung der Personalien verzichtet. Die oder der Täter, die mit Flaschen vom Parkdeck auf die Streifenbeamten und die Rettungswagen-Besatzung geworfen hatten, konnten entkommen. Nach ihnen wird gesucht.

Anschließend beschloss die Braunschweiger Polizei offenbar, den gesamten Vorfall und damit auch alle damit zusammenhängenden Hintergründe der Öffentlichkeit nicht mitzuteilen. Die näheren Informationen liegen unserer Zeitung exklusiv und aus mehreren sicheren Quellen vor. Es hatte in der Nacht Schaulustige gegeben, Rettungskräfte und rund 30 Polizeibeamte waren vor Ort.

Nach Informationen unserer Zeitung wird dieser Vorgang zudem auch innerhalb der Polizei kontrovers diskutiert. Unsere Redaktion hat die Braunschweiger Polizei jetzt um Stellungnahme gebeten und wird weiter ausführlich über den Fall, die Stellungnahmen und Reaktionen berichten.

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