Was bedeuten die abgeschlagenen Bäume in den Parks?

Braunschweig  Auch im Museumspark sind Bäume gefällt worden. Der Staatsschutz hat sich eingeschaltet.

Der Staatsschutz hat sich in die Suche nach dem Täter eingeschaltet, der in der Nacht von Freitag auf Samstag den Partnerschafts-Baum im Kiryat-Tivon-Park gefällt hat.

Der gefällte Amberbaum wurde im Mai 2008 von dem damaligen Bürgermeister Alon Navot der israelischen Partnerstadt Kiryat Tivon gepflanzt. Eine Tafel neben dem Baum erinnert an die Städtepartnerschaft, die seit dem Jahr 1986 besteht. Weil ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen ist, hat sich mittlerweile der Staatsschutz in die Ermittlungen und die Suche nach dem Täter eingeschaltet.

Das Tatwerkzeug, eine etwa 70 Zentimeter lange Axt, ist mittlerweile zum Landeskriminalamt nach Hannover geschickt worden. Dort wird die Axt auf Hinweise wie Fingerabdrücke und DNA-Spuren untersucht.

Ob ein politisches Motiv vorliegt, ist laut Polizeisprecher Joachim Grande allerdings weiter unklar: „Wir haben den Hinweis der Stadtverwaltung erhalten, dass auch im Museumspark drei Bäume gefällt wurden. Dazu ist offenbar auch eine Axt verwendet worden.“

Die Polizei geht davon aus, dass auch diese Bäume in der Nacht von Freitag auf Samstag gefällt wurden und dass es sich um denselben Täter handelt. Es sei unklar, so Grande, „ob der Partnerschaftsbaum gezielt gefällt wurde oder eher zufällig“.

Möglicherweise handelt es sich um einen Fall von Vandalismus. Ähnliches geschah in diesem Jahr am Himmelfahrtstag in Rüningen. Auf dem dortigen Schulhof waren zwei Bäume gefällt worden. Die Täter wurden mittlerweile ermittelt, weil sie sich im Internet mit ihrer Tat gebrüstet hatten.

Die Polizei hofft jetzt auf Hinweise von Zeugen, die in der Nacht von Freitag auf Samstag Schlaggeräusche im Museumspark oder im Kiryat-Tivon-Park gehört oder den Täter beobachtet haben. Der Täter muss mit der 70 Zentimeter langen Axt auch im Stadtgebiet unterwegs gewesen sein, um vom Museumspark in den Kiryat-Tivon-Park zu kommen. Die beiden Parks liegen mehr als einen Kilometer voneinander getrennt.

Hinweise auf eine Tat von Rechtsextremen, die Ende November in Kralenriede Flugblätter verteilt haben, hat die Polizei nicht. Grande: „Diese sogenannte Bürgerinitiative hat keine Mitglieder aus Kralenriede. Als die Flugblätter verteilt wurden, wurden auch die Personalien aufgenommen. Die Personen sind uns bereits länger bekannt. Einige kommen aus Braunschweig. Die Mehrheit kommt jedoch aus Wolfsburg und Gifhorn.“

Ziel der Rechten sei es gewesen, so Grande, „Stimmung gegen die Asylbewerber in der Landesaufnahmestelle zu machen und die Kralenrieder für ihre Ziele zu vereinnahmen“.

Mit aller „Entschiedenheit verurteilt“ die Stadt Braunschweig das Abschlagen des Amberbaums im Kiryat-Tivon-Park. Sprecher Reiner Keunecke meint: „Der Baum war ein Symbol der Partnerschaft mit der israelischen Stadt.“ Auch die Stadt Braunschweig bittet mögliche Zeugen, sich bei der Polizei zu melden, damit diese Taten aufgeklärt werden können.

KIRYAT TIVON

Die Gemeinde Kiryat Tivon hat etwa 14 000 Einwohner und liegt in Israel.

Seit 1981 besteht eine Städtefreundschaft, seit 1986 eine Städtepartnerschaft .

Die Stadtverwaltung hat Anzeigen wegen Sachbeschädigung gestellt. Vor der Entscheidung über das weitere Vorgehen, so Keunecke, warte die Stadt Braunschweig die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen ab.

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