Fußballschläger muss nun doch in Haft

Braunschweig  Jetzt doch – ein 31-Jähriger wurde nach den Krawallen in der Neuen Straße verurteilt.

Die Neue Straße 2013: Randalierer warfen mit Stühlen und Tischen nach Polizisten.

Foto: Timo Schneider

Die Neue Straße 2013: Randalierer warfen mit Stühlen und Tischen nach Polizisten. Foto: Timo Schneider

Nach dem Fußball-Krawall an der Neuen Straße am Rande der Eintracht-Aufstiegsfeier im Sommer 2013 muss ein der Hooligan-Szene zugerechneter 31-Jähriger doch für ein Jahr und fünf Monate in Haft. In einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht haben Richter am Montag die Bewährung für den einschlägig vorbestraften Mann verworfen.

„Wenn es um Fußball geht, lassen Sie die Sau raus.“
Uta Engemann, Vorsitzende der 7. kleinen Strafkammer des Landgerichts

Während der Ausschreitungen gegen die Polizei stand der heute 31-jährige Mann bereits unter zweifacher Bewährung. Trotzdem habe er es nicht geschafft, straffrei zu leben, begründete Uta Engemann, die Vorsitzende der Berufungskammer, das Urteil.

Rund hundert zumeist alkoholisierte Fußball-Fans hatten sich zu Pfingsten 2013 vor einer Gaststätte in der Innenstadt gegen die Polizei zusammengerottet und die von der entfesselten Gewalt überraschten Beamten mit Stühlen, schweren Bistrotischen, Biergläsern oder Aschenbechern beworfen. 29 Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt, 36 der beteiligten Rowdys wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung angeklagt.

23 von ihnen sind bislang zu Haftstrafen zwischen 5 und 14 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Allein im Fall des 31-Jährigen akzeptierte die Staatsanwaltschaft die Aussetzung der Haftstrafe nicht. Zum dritten Mal in Folge eine Bewährung auszusprechen, sei falsch, begründete Oberstaatsanwalt Hans Meyer-Ulex seine Berufung gegen das Urteil des Braunschweiger Amtsgerichts.

Körperverletzung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – immer wieder war der 31-Jährige im Umfeld von Fußball-Spielen straffällig geworden. Im Juni 2011 wurde er wegen dreifachen Landfriedensbruchs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Unter anderem soll er in Weddel am Überfall auf einen Zug mit Hannoveraner Fußball-Anhängern beteiligt gewesen sein.

Neun Sitzungen beim Psychotherapeuten und ein Anti-Aggressionstraining, dem er sich inzwischen unterzogen hat, überzeugten die Berufungskammer indes nicht von seiner Läuterung. Der Eindruck des Gerichts war jetzt stattdessen: Der Mann habe im Prozess etwas präsentieren wollen. Auch hätten sich Arbeit, Kind und Haus in seinem Leben nicht als stabilisierender Faktor erwiesen. „Wenn es um Fußball geht, lassen Sie die Sau raus“, so die Vorsitzende.

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