Rat der Stadt stärkt die Gymnasien

Braunschweig  CDU und SPD in Braunschweig einigten sich. Die Gymnasien bleiben erhalten, auch für die 6. IGS soll geplant werden.

Der Rat der Stadt hat Dienstagabend nach einem überraschenden Kompromiss mit großer Mehrheit ein klares Signal gegeben: Die Stadtverwaltung soll die Schulentwicklungsplanung fortsetzen – und dabei sowohl die Erhaltung aller neun Gymnasien als auch die Einrichtung einer 6. Integrierten Gesamtschule (IGS) besonders berücksichtigen. Das ist der Kompromiss, auf den sich die große Mehrheit der Kommunalpolitiker nach einer dreistündigen, sehr hitzig geführten Debatte einigte.

Eine Garantie, dass dauerhaft alle städtischen Gymnasien erhalten bleiben, wie die CDU es gefordert hat, ist dies gleichwohl nicht. Auch die Gründung einer weiteren IGS ist gestern Abend nicht beschlossen worden. Endgültige Entscheidungen werden erst getroffen, wenn die Verwaltung den Schulentwicklungsplan vorlegt mit allen nötigen Fakten, Zahlen und Prognosen, die es braucht, um Entscheidungen über die Entwicklung der Schullandschaft zu treffen – und zwar mit Blick auf die Anmeldezahlen an den Schulen und den Elternwillen.

Mehr als 200 Schüler und viele Eltern und Lehrer hatten sich vor Sitzungsbeginn vor dem Rathaus versammelt, um für die Erhaltung aller Gymnasien zu demonstrieren: Keines solle zu Gunsten einer 6. IGS geschlossen werden, so ihre Forderung. „Wir sind für eine 6. IGS, aber nicht auf Kosten eines Gymnasiums“, so Stadtschülersprecher Lennart Wawro. Zusammen mit zahlreichen anderen Schülern und Lehrern verfolgte er die Ratssitzung über fast sechs Stunden.

Hauke Metz, Mitglied des Stadtschülerrats, sagte im Anschluss: „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Die Schulentwicklungsplanung wird erstmal fortgesetzt, bevor weitere Entscheidungen über Schulgründungen oder -schließungen getroffen werden.“

Christoph Bratmann (SPD), Vorsitzender des Schulausschusses, räumte ein, mit dem Kompromiss etwas „Bauchschmerzen“ zu haben, aber: „Im Sinne des Schulfriedens ist es sinnvoll.“ Reinhard Manlik (CDU) stellte fest: „Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Es ist ein Kompromiss – so ist Demokratie.“

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