Polizei: Waffe war legal im Stadion

Braunschweig  Die Kritik am Polizeieinsatz während des Fußball-Derbys Eintracht II gegen Hannover 96 II reißt nicht ab. Ein Zivilbeamter zog seine Dienstpistole.

Im Fokus steht das Handeln eines Zivilbeamten, der gegenüber Eintracht-Fans seine Dienstwaffe zog.

Die rund 100 teils vermummten Männer waren zuvor durch den Kasseneingang ins Stadion gestürmt und in den abgesperrten Tribünenbereich Richtung Gäste-Fans vorgedrungen. Dort wurde aus dieser Gruppe heraus ein Böller gezündet. Im Anschluss nahm der zivil gekleidete Beamte einen 21-Jährigen fest, der den Böller gezündet haben soll. Als andere Männer diesem helfen wollten, soll der Beamte seine Waffe gezogen, sie an die Schläfe des jungen Mannes gehalten und die Dienstpistole schließlich auch auf die anderen gerichtet haben.

Der 21-Jährige erstattete nach dem Spiel Anzeige gegen den Beamten. Um den Vorfall zu klären, sucht die Polizei nun Zeugen.

Auf Anfrage erklärte Sprecher Joachim Grande zu dem Vorfall, der zivile Beamte im Block 11 sei im Dienst und im Einsatz gewesen. Es handele sich um einen erfahrenen Beamten der Braunschweiger Polizei, der auch das „Fußballgeschäft“ gut kenne. Die Waffe gehöre zur Ausrüstung.

Weitere Kritik gibt es daran, dass nach Spielende die Eintracht-Fans in Block 9 lange Zeit „eingekesselt“ wurden, obwohl es dort keinen Ärger gegeben habe. Dazu sagt die Polizei, die Personen seien im Rahmen der Gefahrenabwehr zurückgehalten worden, unter Abwägung der Verhältnismäßigkeit. Der Grund sei über Lautsprecher erklärt worden. In Block 9 hätten sich auch Personen befunden, die zuvor versucht hätten, unrechtmäßig zu den Hannover-Blöcken zu gelangen und die Konfrontation gesucht hätten.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (16)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort