Meier Music Hall schließt

Braunschweig  Die Meier Music Hall macht dicht. Die Konzert- und Veranstaltungshalle an der Schmalbachstraße wird spätestens am 30. April des nächsten Jahres den Betrieb einstellen.

Meier Music Hall macht dicht

Foto: Peter Sierigk (Archiv)

Meier Music Hall macht dicht Foto: Peter Sierigk (Archiv)

Die Volkswagen Financial Services AG bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass sie das Grundstück samt Immobilie gekauft hat. Wie Sprecher Stefan Voges-Staude sagte, ist zunächst der Bau provisorischer Parkplätze und anschließend vermutlich ab Frühjahr 2016 die Erweiterung des benachbarten Bank-Bürokomplexes vorgesehen.

Wie Voges-Staude weiter sagt, hatte bereits der Voreigentümer des Objekts den Mietvertrag für die Diskothek zu Ende 2014 gekündigt. VW Financial prüfe derzeit die Bitte des Betreibers, die Kündigung erst zum 30. April 2015 wirksam werden zu lassen. Der Geschäftsführer der Meier Music Hall, Christian Görlich, wollte sich nicht zur bevorstehenden Schließung äußern. „Kein Kommentar“, erklärt er auf Nachfrage.

Nach der Schließung des Jolly Joker im Juli 2012 und des FBZ im Jahr 2002 verliert Braunschweig eine weitere wichtige Adresse für Konzerte. In der Meier Music Hall traten bekannte Künstler und Bands auf. Die Liste ist lang: Bosse, Till Brönner, Fischer Z, Heinz-Rudolf Kunze, Die fantastischen Vier, Tim Bendzko, Corvus Corax, Texas Lightning, Puhdys, Tocotronic und viele mehr. Die Konzerthalle fasst 700 Besucher, bei Partys bietet sie Platz für rund 1100 Gäste. Die Diskothek ist auch bekannt für ihre Themenpartys: Ü-30, 80er-Jahre, Depeche-Mode, Gothic, Indie.

Bekannt geworden ist die Halle unter Partygängern schon in den 70er-Jahren – damals als „Bierdorf“. Nach einigen Betreiber- und Konzeptwechseln eröffnete Görlich am 1. Mai 1996 die Meier Music Hall. Zurzeit beschäftigt er drei Festangestellte, zwei Auszubildende und zahlreiche Teilzeitkräfte. Ob er an einem anderen Standort einen Neustart wagt, gilt als fraglich. Wie es heißt, soll der bisherige Eigentümer der Immobile vor dem Verkauf an VW FS Pläne verfolgt haben, die Diskothek in eine Großraumhalle für Hochzeitsfeiern umzuwandeln.

Die Volkswagen Financial Services AG wird nach Angaben ihres Sprechers voraussichtlich einen einstelligen Millionenbetrag in die Betriebserweiterung investieren. In den vergangenen drei Jahren seien am Standort Braunschweig rund 1000 neue Arbeitsplätze entstanden. 5000 Menschen sind gegenwärtig am Stammsitz des Finanzdienstleisters beschäftigt, weiteres Wachstum ist prognostiziert. „Als Europas größter automobiler Finanzdienstleister wachsen wir erfolgreich und benötigen entsprechend qualifizierte Mitarbeiter“, so Voges-Staude.

Der Artikel wurde aktualisiert.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (196)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort