Mehr als 500 Braunschweiger verhinderten Neonazi-Demo

Braunschweig  Bunter Protest in Braunschweig: Mehr als 500 Bürger haben gezeigt, dass Neonazis in ihrer Stadt nicht willkommen sind. Die Rechtsextremen verlegten ihre Kundgebung in die Südstadt.

Die angekündigte Kundgebung von Rechtsextremen wurde in die Südstadt verlegt. Mehr als 500 Gegendemonstranten hatten verhindert, dass die Kundgebung vor der VW-Halle stattfinden konnte.

Wie Polizeisprecher Joachim Grande nach Ende der Veranstaltung auf dem Welfenplatz um 21.05 Uhr mitteilte, hätten sich 30 Rechtsextreme am Kennelbad getroffen, dort aber entschieden, doch keine Kundgebung vor der VW-Halle zu veranstalten. „Das mag an der Zahl der Gegendemonstranten gelegen haben“, so Grande. Im Einvernehmen mit Polizei und Stadt fand die Kundgebung auf dem Welfenplatz statt. Die Gegendemonstration löste sich nach etwa einer Stunde auf.

„Braunschweig hat Kante gezeigt, wir sind die Stadt der Demokraten“, meinte anschließend DGB-Regionsvorsitzender Michael Kleber. Wegen der Sommerferien hatte er nur mit 50 Teilnehmern gerechnet. „Von diesem Zuspruch wurde ich völlig überrascht.“ Sei Fazit lautete: „Wer meint, Rechtsextreme müsse man ignorieren, der ist jetzt eines Besseren belehrt. Denn in diesem Fall hätten die Neonazis ihre Kundgebung wie geplant abgehalten. Allein die Gegendemonstration hat dafür gesorgt, dass es keine Kundgebung vor der VW-Halle gab. In Braunschweig wehren sich die Demokraten.“

Gegen 17 Uhr bereits hatten sich erste Gegendemonstranten auf dem Frankfurter Platz getroffen, wo zeitweise Volksfeststimmung herrschte. Spontan sollten sich später viele Anwohner dem Protestmarsch anschließen. Alle Parteien und die Gewerkschaften hatten zur Gegendemonstration aufgerufen. Die komplette Ratsfraktion der Grünen war gekommen, ebenso wie SPD-Landtagsabgeordneter Klaus-Peter Bachmann, IG-Metallchef Detlef Kunkel und auch VW-Betriebsratsvorsitzender Jürgen Fritsch.

Der Bezirksbürgermeister des Westlichen Ringgebiets, Jürgen Dölz, meinte anschließend: „Unser Stadtteil ist bunt und multikulturell. Rechtsextremes Gedankengut hat hier keinen Platz.“

Die unerwartet große Zahl der Gegendemonstranten sorgte dafür, dass etwa 20 Minuten lang der Verkehr Richtung Innenstadt zum Erliegen kam. Auch Busse, die Schienenersatzverkehr fuhren, steckten im Stau fest.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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