Vorentscheidung gefallen – Gelbe Tonne ab 2014

Braunschweig  Die Einführung der umstrittenen Gelben Tonne rückt näher: Der Bauausschuss des Rates der Stadt Braunschweig hat am Mittwoch für die Tonne gestimmt.

Die Gelbe Tonne wird wohl ab 2014 in Braunschweig aufgestellt. Sara (links) und Janne schauten sie sich am Mittwoch bei Alba an.

Foto: Norbert Jonscher

Die Gelbe Tonne wird wohl ab 2014 in Braunschweig aufgestellt. Sara (links) und Janne schauten sie sich am Mittwoch bei Alba an. Foto: Norbert Jonscher

Sie soll ab 1. Januar 2014 in Braunschweig aufgestellt werden. Die Recycling-Quote von Leichtverpackungen soll damit erhöht werden. Bislang landen nach Ansicht der Stadtverwaltung noch viel zu viele solcher Verpackungen in der grauen Restmülltonne – und gehen so der Wiederverwertung verloren.

Das letzte Wort zur Tonne wird nun der Rat der Stadt am 20. November sprechen, doch angesichts der breiten Pro-Tonne-Mehrheit in den Fraktionen steht eine Pro-Tonne-Entscheidung zu erwarten.

Doch die ist in Braunschweig höchst umstritten, wie unlängst eine Bürgerversammlung zeigte: Mieterverein, Eigentümerverein Haus & Grund und auch Bürger sprachen sich gegen eine Einführung aus. So sperrte sich der Mieterverein, weil durch die Gelbe Tonne in vielen Fällen die Müllgebühren steigen werden. Während Haus & Grund in der Umstellung eine Verlagerung der Probleme von den Wertstoffinseln auf private Grundstücke sieht. Der Verein fordert deshalb eine Optimierung des gegenwärtigen Systems. Bürger monierten: In dichtbewohnten Gebieten könne der Platz für eine weitere Tonne – neben grüner, grauer, blauer – fehlen.

Doch die Stadtverwaltung steht auf dem Standpunkt: Es gibt ihrer Meinung nach keine andere Möglichkeit, Braunschweigs geringe Recycling-Quote zu erhöhen, als Sammelcontainer für Kunststoffe und Metalle abzuschaffen und durch Gelbe Tonnen vor den Häusern zu ersetzen.

Das soll in Abstimmung mit dem Dualen System geschehen, das ebenfalls 2014 in Braunschweig umstellen will. Anschließend wird es keine Wertstoffinseln mehr im Stadtgebiet geben. Der komplette Verpackungsmüll – mit und ohne Grünem Punkt – wird anschließend in der Gelben Tonne gesammelt.

Die Gelbe Tonne wird zwar kostenlos vor dem Haus stehen, doch es wird finanzielle Folgen haben, dass in Zukunft weniger Müll mit Grünem Punkt in der Grauen Tonne landet.

Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer sagt voraus: „Dies wird dazu führen, dass einige Haushalte kleinere Graue Tonnen bestellen.“ Das lässt die Einnahmen sinken, während sich an den Kosten nichts ändert. Die Erhöhungen fielen allerdings nicht sehr ins Gewicht.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (69)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort