Stibiox – Alle Parteien machen Druck auf die Stadt

Braunschweig  Bezirksrats-Fraktionen fordern einstimmig mehr finanzielle Hilfen für Betroffene und weitere Messungen der Belastung im Boden

Am Laubenhof und am Pappelberg sind Grundstücke belastet.

Foto: Rudolf Flentje

Am Laubenhof und am Pappelberg sind Grundstücke belastet. Foto: Rudolf Flentje

GLIESMARODE/QUERUM. Finanzielle Unterstützung für Stibiox-Opfer, mehr Transparenz seitens der Verwaltung und weitere Untersuchungen – das sind die Forderungen, die der Bezirksrat Wabe-Schunter-Beberbach nun aufgestellt hat.

Das Gremium beschloss einstimmig zwei Dringlichkeitsanträge, die aufgrund ähnlicher Inhalte zusammengefasst wurden. Einen von SPD, Grünen und BIBS sowie einen weiteren der CDU-Fraktion.

„Es muss einfach nochmal genau hingeschaut werden: Wo sind die Belastungen wie hoch?“, sagte Bezirksbürgermeister Gerhard Stülten. Es sei besonders wichtig für die betroffenen Bürger, dass eine Karte erstellt werde, der die Gift-Belastungen für einzelne Gebiete zu entnehmen sei. „Nur so ist sicher, dass in Zukunft keiner mehr im Nebel stochert“, meinte Stülten.

Stülten: Keine Panikmache

Der Bezirksbürgermeister formulierte als Ziel, die Diskussion von der Angstebene auf eine Basis zu bringen, die auf Klarheit und Vernunft aufbaut. „Viele Bürger leben schon ziemlich lange in dem betroffenen Gebiet. Sie wollen keine Panikmache, sondern Handlungssicherheit“, sagte er.

„Das Problem an sich ist ja alt. Und seit der Sprengung des Schornsteins herrschte lange Stille“, erklärte Thorsten Wendt (CDU). Doch jetzt müsse gehandelt werden. „Auch Kinder helfen oft bei der Gartenarbeit. Die dürfen auf keinen Fall gefährdet werden“, meinte Wendt. Eine mangelnde Informationspolitik seitens der Verwaltung kann er nicht erkennen. Nur dass jetzt keine neuen Messungen durchgeführt worden seien, sei nicht in Ordnung.

Das sieht Tatjana Jenzen von der BIBS anders. „Ich bin empört darüber, dass die Bürger erst aus der Zeitung über alles erfahren haben“, kritisierte sie. Die Verwaltung hätte früher informieren müssen. Als Mutter sei sie erschüttert. Die Sache solle offenbar heruntergespielt werden.

Bodenaustausch wichtig

Kristine Schmieding erklärte für die Grünen: „Ich war von Anfang an bei der Bürgerinitiative dabei. Die Gesamtsituation ist sicher besser als damals. Aber was in den Gärten los ist, erscheint mir dramatisch.“ Es sei lebensfremd zu empfehlen, dass Kinder nicht im Garten spielen dürften. Wo ein Bodenaustausch nötig sei, müsse dieser auch erfolgen.

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