Bestnote für Schulmensa in der Weststadt

Braunschweig  Die IGS Wilhelm-Bracke hat ihr Schulessen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung prüfen lassen.

Zum Essen gibt es an der Wilhelm-Bracke stets Salat dazu. Köchin Marion Gerhardt bereitet alles vor.

Foto:  Peter Sierigk

Zum Essen gibt es an der Wilhelm-Bracke stets Salat dazu. Köchin Marion Gerhardt bereitet alles vor. Foto:  Peter Sierigk

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat die Qualität des Schulessens in der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule geprüft. Das Ergebnis: Das Mensa-Essen erfüllt in den Punkten Lebensmittelauswahl, Hygiene, Speisenplanung und -herstellung zu hundert Prozent den Qualitätsanspruch des DGE-Zertifzierungsprogramms „Schule und Essen gleich Eins“.

Der Qualitätsstandard wurde 2007 von der DGE entwickelt, die Teilnahme an dem Zertifizierungsprogramm ist freiwillig und kostet 1000 Euro. Bisher haben sich nur drei Schulen in Niedersachsen zertifizieren lassen.

Schulleiter Franz Rollinger ist sich sicher, dass diese Investition sich lohnt. „Die Überprüfung von außen gibt uns und den Eltern die Sicherheit, dass das Schulessen wirklich gesund ist“, sagt er. Gesund bedeute in diesem Fall, dass die mit dem Siegel versehene Mahlzeit das für Kinder richtige Nährstoff-Verhältnis aus Ballaststoffen, Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten enthalte, erklärt Kantinenbetreiberin Marion Gerhardt. Die Köchin und ihr Mann haben den Mensa-Betrieb in der Wilhelm-Bracke vor einem Jahr übernommen, zuvor hatte das Ehepaar 13 Jahre lang die Kantine im Helmholtz-Zentrum betrieben. An eine Schule zu wechseln, erklärt sie, sei für sie beide eine Herzensangelegenheit gewesen. „Wir fanden es schlimm, dass beim Thema Schulessen so vieles im Argen liegt“, sagt die Köchin. Als vor ein paar Wochen mit Noroviren verseuchte Tiefkühlerdbeeren in mehreren Schulmensen auftauchten, hätten sich viele empört. Ein wirkliches Umdenken habe jedoch noch nicht stattgefunden.

Ein Blick auf den Speiseplan an der Braunschweiger Gesamtschule zeigt: So etwas wie tiefgekühlte Erdbeeren gibt es hier nicht. Keine Fertigprodukte und nichts Tiefgekühltes, dafür aber viel saisonales Gemüse und Obst aus der Region. Hausmannkost wie Bratkartoffeln wechseln sich ab mit exotischen Gerichten wie Bulgursalat. Auch Fleisch und Fisch stehen auf dem Speiseplan, jedoch nicht jeden Tag. Fast alles wird frisch zubereitet, selbst das Apfelmus. Die Schüler können täglich zwischen zwei oder drei Gerichten wählen, eins davon trägt das DGE-Siegel.

Der Aufwand ist dementsprechend groß und die Gewinnspanne dadurch geringer, denn das DGE-Essen soll nicht mehr als drei Euro kosten. Das sei der Preis, den die meisten Eltern bereit wären zu zahlen, sagt die Köchin. „Wir könnten mehr verdienen, wenn wir öfters Pommes und weniger frische Sachen anbieten würden“, sagt Gerhardt. „Aber dass die Kinder gesund essen, ist uns wichtiger.“

Um diesen Anspruch umzusetzen, steht das Ehepaar täglich mit einem weiteren Koch ab 6.30 Uhr morgens in der Küche und schnippelt. Die Rollladen vor der nach vorne offenen Küche sind dabei die ganze Zeit offen. „Die Kinder sollen sehen, was und wie wir kochen“, sagt Marion Gerhardt. Viele der Kinder hätten anfangs nicht gewusst, wie ein Maiskolben aussieht. „Leider gibt es immer mehr Haushalte, in denen kaum gekocht wird“, sagt Schulleiter Rollinger. Darum sei es umso wichtiger, dass es in der Schule eine warme und gesunde Mahlzeit gebe. Zwischen 400 und 500 Essen bereitet das Mensa-Team pro Tag zu. Bei dem alten Betreiber, erinnert sich Rollinger, landete das Essen oft im Müll. Seit die Gerhardts die Mensa übernommen haben, holten sich immer mehr Kinder einen Nachschlag.

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