Großbaustelle Eintracht-Stadion – Fanhaus wird bald bezogen

Braunschweig  Das Eintracht-Fanhaus nimmt immer mehr Form an. Bis Ende des Jahres soll das Fanprojekt in das dann fertiggestellte Obergeschoss einziehen.

Geplanter Fertigstellungstermin: Mai 2013. Bauleiter Matthias Lenz ist überzeugt davon, dass die Eintracht-Fans vielleicht sogar schon beim letzten Heimspiel der laufenden Saison, am 19. Mai gegen FSV Frankfurt, das Gebäude besichtigen können.

Wie ist der Stand der Bauarbeiten?

Die Dacharbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, und auch mit den Maler- und Tischlerarbeiten geht es zügig voran. „Das Material für die Dacharbeiten wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt, und auch die Malerfarben haben wir günstig erhalten“, sagt Lenz.

Wie steht es um die Finanzierung?

Das Fanhaus wird mehr als 150 000 Euro kosten. Rund 50 000 Euro davon stammen aus Einnahmen vom Schalke-Spiel im Juli 2010, das damals von Schalke-Sponsor Gazprom gesponsert wurde. Was tun mit dem Geld? Nach dem Spiel, erinnert Eintracht-Vize-Präsident Rainer Ottinger, sei die Idee mit dem Fanhaus geboren worden: ein Gebäude für Fans, das diese sich, soweit möglich, selbst im Rahmen eines sozialen Projektes bauen.

•Momentan, so Ottinger, bestehe noch eine Deckungslücke von rund 25 000 Euro. Um diese zu schließen und den Fortgang der Arbeiten zu sichern, hatte sich, wie berichtet, die Eintracht dazu entschlossen, finanziell für die Fans in Vorleistung zu gehen.

Wozu dient das Fanhaus?

Das Haus hat eine Nutzfläche von 300 Quadratmetern auf zwei Ebenen und wird Büroräume für das Fanprojekt und den Fan-Beauftragten bieten. Eintracht fungiert hierbei als Vermieter. Im Erdgeschoss entsteht ein Veranstaltungsraum für Vorträge, Diskussionsrunden und anderes.

Warum Container-Bau?

Container-Architektur finde zunehmend in Deutschland Anwendung, sagt Architekt Ottinger. Sie habe den Vorteil, dass der Rohbau relativ schnell fertig ist und dann mit dem Dach überm Kopf mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Ottinger ist überzeugt davon, dass das Fanhaus später einmal auch optisch Eindruck machen werde.

Woher stammen die Container?

Vier der sechs Überseecontainer hat der Stadion-Nachbarn, das Volkswagenwerk Braunschweig, beigesteuert. Zwei weitere Container habe man günstig erwerben können. Sie waren in den ursprünglichen Planungen nicht vorgesehen und vergrößern die Nutzfläche um ein Drittel.

Wer ist der Mieter?

Mieter ist das Fanprojekt, das es seit Mai 2007 in Braunschweig gibt. Seit 2010 ist der Kreisverband Braunschweig der Arbeiterwohlfahrt neuer Träger. Von Beginn an dabei ist Sozialpädagoge Karsten König, er wird von Ralf-Dieter Meier hauptamtlich unterstützt. Hinzu kommen zahlreiche ehrenamtliche Helfer. Neben der Teilnahme an den Sicherheitsbesprechungen vor Heimspielen gibt es vor jedem Auswärtsspiel einen Runden Tisch mit Fans, Vereinsverantwortlichen und Polizei.

Viele der über 150 Fanclubs pflegen gute Kontakte zum Fanprojekt und arbeiten aktiv mit. Eine wichtige Aufgabe: die Lösung von Konflikten, die im Rahmen des Spielbetriebes immer wieder entstehen.

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