Lünischteich wird zum März wieder mit Wasser gefüllt

Braunschweig  Anlage ist trockengelegt, damit der Schlamm ab November ausgebaggert werden kann

Das Foto schickte Leserin Antje Maack. Es zeigt den zugewachsenen Lünischteich. Die Vegetation wird entfernt, bevor der Teich ausgebaggert wird.

Das Foto schickte Leserin Antje Maack. Es zeigt den zugewachsenen Lünischteich. Die Vegetation wird entfernt, bevor der Teich ausgebaggert wird.

Was ist los am Lünischteich? Vor rund eineinhalb Jahren war das Gewässer abgefischt und abgelassen worden. Seitdem hat sich ein Vegetationsteppich ausgebreitet. „Das Wasser fehlt nicht nur den Enten und Gänsen“, schreibt Leserin Antje Maack.

„Aufgrund von Geruchsbelästigungen sowie fortgeschrittener Verschlammung des Teiches wird der Lünischteich von November an ausgebaggert“, erläutert Stadtsprecher Rainer Keunecke auf Anfrage. Die Vegetation werde kurzfristig vor Beginn der Maßnahme entfernt. „Rechtzeitig vor Beginn der Brut- und Setzzeit zum März 2013 soll der Lünischteich wieder mit Wasser gefüllt werden“, so Keunecke weiter.

Die Trockenlegung – Experten sprechen „Wintern und Sömmern“ – sei auch heute noch eine gängige Praxis bei der Unterhaltung von Teichen. Sie wurde schon zu Zeiten der fischereiwirtschaftlichen Nutzung der Teiche durch die Zisterziensermönche in Riddagshausen angewandt.

Das „Wintern und Sömmern“ bewirkt, dass der trockengelegte Faulschlamm durch das Eindringen von Luftsauerstoff oxidiert und an Volumen verliert. „Organisches Material wird hierbei zersetzt. Der Schlamm erlangt – mit einem Zusatz von Bindemitteln – die für einen wirtschaftlichen Abtransport notwendige Konsistenz.“ Das Schlammvolumen werde auf diese Weise um etwa 50 Prozent reduziert.

Bereits Anfang des Jahres ist am Lünischteich ein defektes Überlaufbauwerk, ein sogenannter Mönch, erneuert worden. Im Zusammenhang damit wurde auch ein Teil des Randbereichs des Teiches umgestaltet. Neue Bänke und Findlinge dienen der Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Zu Zeiten der Zisterziensermönche wurde der Lünischteich als Fischteich des Klosterguts genutzt. In den 1920er Jahren wurde er zu einer Badeanstalt umgestaltet, die bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs in Betrieb war. Im Süden des Teichs sind heute noch die Stahlbetonmauern des Beckenrandes zu erkennen.

Bevor der Lünischteich vor einigen Jahren wieder in die Unterhaltung des Fachbereichs Stadtgrün übernommen wurde, hatte ihn der Verein Braunschweiger Fischer als Angelteich genutzt.

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