TU: Uni hortet keine Studiengebühren

Braunschweig  Der TU-Präsident weist die Vorwürfe der Linken zurück, die Studiengebühren nicht für die Verbesserung der Studienbedingungen auszugeben.

Kurz vor den Landtagswahlen nimmt die Debatte um Studiengebühren und deren Verwendung wieder an Fahrt auf.

Foto: Thobaben

Kurz vor den Landtagswahlen nimmt die Debatte um Studiengebühren und deren Verwendung wieder an Fahrt auf. Foto: Thobaben

Die Partei Die Linke wirft der Technischen Universität (TU) vor, falsch mit den Studiengebühren umzugehen. Auf ihrer Internetseite verkündete die Braunschweiger Landtagsabgeordnete Ursula Weisser-Roelle, die TU horte einen Teil der Studiengebühren, insgesamt 6,7 Millionen Euro, anstatt sie für die Studenten auszugeben.

Diese Zahl, erklärte die Landtagsabgeordnete, stamme aus einem Bericht des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums. „Es kann nicht sein, dass die Studierenden erst zu dieser unsinnigen Zwangsabgabe herangezogen werden und dann am Ende nichts mit dem Geld geschieht“, kritisierte Weisser-Roelle.

TU-Präsident Jürgen Hesselbach erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass Die Linke den Bericht missinterpretiere. Zwar trage das Dokument den Titel „Studiengebührenrücklage an Niedersachsens Hochschulen“. Der genannte Betrag sei jedoch größtenteils für laufende Ausgaben gebunden, sagte er.

Die 6,7 Millionen Euro würden im Laufe des Semesters ausgegeben werden – und nicht auf einmal am Anfang. „Das liegt daran, dass der Löwenanteil der Studiengebühren für Personalkosten verwendet wird“, erklärte Jürgen Hesselbach. Konkret verwende die TU rund 7,2 der 10 Millionen Euro jährlich für Gehälter.

Das restliche Geld verwende die TU für die Beschaffung von Lehrmitteln, die Verlängerung von Bibliotheksöffnungszeiten, bauliche Maßnahmen, die Verbesserung der Infrastruktur und Stipendien.

Darüber, was mit ihren Studiengebühren passiert, können die Studenten an der TU zum Teil sogar mitentscheiden: Jedes Fach hat eine eigene Studienkommission, die zu 50 Prozent aus Studenten besteht. Die Kommission macht Vorschläge, was mit dem Geld für ihren Fachbereich passiert. Laut TU werden diese Vorschläge fast immer angenommen.

Hesselbach stellte klar: „Die Studiengebühren werden zu hundert Prozent für die Verbesserung der Studienbedingungen ausgegeben.“

Eine genaue Auflistung, wie viel Geld wofür ausgegeben wird, liegt unserer Zeitung vor.

Rüdiger Fischer, Sprecher des Wissenschaftsministeriums, bestätigte Hesselbachs Erklärung. Bei den Rücklagen handele es sich überwiegend um Gelder, die die Universität für fortlaufende Ausgaben benötige. Die tatsächliche Reserve belaufe sich an allen Universitäten Niedersachsens auf weniger als ein Prozent der Einnahmen und diene dazu, auf Einnahmeschwankungen reagieren zu können.

Die gesamten Einnahmen der Hochschulen in Niedersachsen aus Studiengebühren belaufen sich seit deren Einführung laut Wissenschaftsministerium auf rund 488 Millionen Euro.

Aus dieser Summe bestehen derzeit Rücklagen in Höhe von 77,3 Millionen Euro. Davon sind 74 Millionen Euro durch bereits genehmigte Projekte und feste Ausgaben gebunden.

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