Leuchtendes Puzzle-Bild aus hunderten bunter Glasscherben

Braunschweig  Der Künstler Otmar Alt gestaltete dreiteiliges Glasfenster für die Jakob-Kemenate

Karin und Jochen Prüsse freuen sich über das bunte Glasfenster, das Künstler Otmar Alt (Mitte) für die Jakob-Kemenate gestaltet hat.

Foto: Sierigk

Karin und Jochen Prüsse freuen sich über das bunte Glasfenster, das Künstler Otmar Alt (Mitte) für die Jakob-Kemenate gestaltet hat. Foto: Sierigk

Ein buntes Mosaik, ein Puzzle-Bild aus hunderten von Einzelteilen. Genau genommen sind es 410 kleine Scherbenstücke, die Otmar Alt zu einem leuchtenden Glasgemälde zusammengesetzt hat.

Das dreiteilige Glasfenster hat seinen Platz in der großen Fensterfront der Jakob-Kemenate gefunden. Ein bleibendes Kunstwerk, das Alt eigens für das historische Gebäude gestaltet hat.

„Heiliges Land“ hat der Künstler das gläserne Triptychon betitelt. „Es hat vielleicht mit dem Herbst meines Lebens zu tun, dass ich mich mit biblischen Themen intensiver beschäftige“, erklärte der 72-Jährige bei der Einweihung des Glasfensters am Samstagvormittag.

Im linken Teilbild „Jerusalem“ wachsen die prachtvollen Häuserfassaden der Stadt mit ihren kostbaren Gärten aus dem Boden. Das Mittelstück zeigt die „Geburt Christi“, eine bunte Geburtstagsparty mit fröhlich feiernden Menschen. Im dritten Teil „Die Bibel“ hat Alt, entsprechend dem alttestamentlichen Bilderverbot, auf jegliche figürlichen Elemente verzichtet. Farben und Symbolik stehen hier im Mittelpunkt.

Ein Vierteljahr „und viele Flaschen Rotwein“ lang hat Alt an dem Glasgemälde gearbeitet, verriet er bei der Einweihung des Kunstwerkes in der Jakob-Kemenate. Angefertigt wurde es in der Glasmalerei-Werkstatt Oidtmann in Linnich. „Das war eine aufregende Geschichte“, berichtet Otmar Alt. Der Werkstoff Glas übt einen besonderen Reiz auf ihn aus. „Es hat seinen eigenen Charakter, und man kann sich daran verletzen.“

In der Werkstatt wurden die bunten Glasscherben gefräst und geätzt. Einige der Bruchstücke sind nicht einmal einen halben Zentimeter groß. 60 verschiedene Farbtöne hat Alt in das Glasgemälde eingearbeitet. Die Scherben leuchten rot, grün oder blau, mal sind sie bunt gestreift oder mit Punkten versehen.

In dem kunterbunten Glasmosaik gibt es viele Details zu entdecken. „Seine eigentliche Kraft entwickelt es aber erst, wenn das Sonnenlicht hindurchscheint“, erklärt der Künstler lächelnd.

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