Jugendkirche stellte Atommüll-Frage

Braunschweig  „Wir lassen uns nicht spalten“ lautete das Motto des ökumenischen Forums zur Atommüll-Frage, zu dem die Jugendkirche Braunschweig aufgerufen hatte.

Teilnehmer des Braunschweiger Jugendforums zur Atommüll-Frage diskutierten in der Jugendkirche in der Herzogin-Elisabeth-Straße.

Foto: Markus Brich

Teilnehmer des Braunschweiger Jugendforums zur Atommüll-Frage diskutierten in der Jugendkirche in der Herzogin-Elisabeth-Straße. Foto: Markus Brich

„Ein enttäuschendes Ergebnis.“ Ohne Umschweife bilanzierte der Landesjugendpfarrer der braunschweigischen Landeskirche, Lars Dedekind, die Resonanz auf das zweitägige Treffen.

„Wir hatten auf rund 100 Teilnehmer gehofft, am Ende waren es aber leider weniger als 50.“ Jedoch schmälere die geringe Teilnehmerzahl keineswegs die Ernsthaftigkeit der Atommüll-Probleme, die das marode Endlager Asse II bei Wolfenbüttel, Schacht Konrad bei Salzgitter und die Firma Eckert & Ziegler in Thune in die Region tragen.

So sahen es auch die Teilnehmer des Forums. Sie diskutierten intensiv mit den Referenten des Asse-II-Koordinationskreises sowie der Bürgerinitiativen Strahlenschutz (BISS) und Schacht Konrad. Thematisiert wurden die Gefahren, die von den Standorten jetzt und in Zukunft ausgehen ebenso wie die Rolle und Interessen von Politik, Industrie, Wissenschaft, Bürgern und Medien bei der Suche nach Lösungen. Die altersmäßig gemischt besetzte Diskussionsrunde entwickelte sich zum regen Erfahrungs-, Meinungs- und Wissensaustausch zwischen Jugendlichen, Experten und Veteranen der Anti-Atom-Bewegung.

„Ich bin hier zum ersten Mal intensiv mit dem Thema in Berührung gekommen und habe viele Informationen bekommen“, resümierte Benedikt Volley (20) in der abschließenden Gesprächsrunde des Forums. „In der Atommüll-Diskussion bin ich vor allem erschrocken über die Logik, die sich gegen den gesunden Menschenverstand richtet. Das kann man nicht zulassen.“

Landesjugendpfarrer Dedekind wertete die Erstauflage des Forums als „Versuchsballon, der noch nicht die Betriebshöhe erreicht hat.“ Die Atommüll-Frage sei klar ein Thema, das Jugendliche bewege. „Es geht dabei um existenzielle Fragen. Junge Menschen gehen damit anders um, neigen dazu, zwischen Aktionismus und Alles-ist-sinnlos zu schwanken.“

Politisches Bewusstsein zu entwickeln und Hilfestellung bei der Klärung von Fragen zu geben, sei eine Aufgabe der Jugendkirche. Landesjugendpfarrer Dedekind: „Wir werden in der Auswertung prüfen, was wir besser machen müssen, um mehr Jugendliche zu erreichen und zum Mitmachen zu bewegen.“

Mangels „kritischer Masse“ verzichteten die Organisatoren und Teilnehmer auf einen ursprünglich geplanten Demonstrationszug zum Schlossplatz. Stattdessen fand eine Kundgebung vor der Jugendkirche statt.

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