Bombe in Braunschweig gesprengt

Braunschweig  Zwischen Bienrode und dem Forschungsflughafen wurde Mittwoch ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Anwohner wurden evakuiert, die Bombe wurde am Abend gesprengt.

Die Sprengung gelang gegen 20.45 Uhr und riss einen vier Meter tiefen, acht mal acht Meter großen Krater in den Boden. Sprengmeister Michael Tillschneider sprach unmittelbar danach von einer erfolgreichen, kontrollierten Sprengung. "Die Anwohner Bienrodes können in ihre Wohnungen zurückkehren", teilte ein Sprecher der Stadt kurz darauf mit. Betroffen von der Evakuierung waren etwa 1700 Anwohner aus Bienrode.

Die Bombe wurde am Nachmittag bei der Erkundung zur Einrichtung der Sicherheitszone für die Start- und Landebahn des Flughafens entdeckt. Die Bombe lag an der Hermann-Schlichting-Straße, dicht gelegen an Bienrode.

Zünder konnte jederzeit losgehen

Nach Angaben der Stadt handelte es sich um eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe britischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelräumdienst des Landes Niedersachsen hatte die Bombe bei Sondierungen geortet. Diese Bombe wies einen Langzeitzünder auf, der nicht entschärft werden konnte. Ein solcher Säurezünder kann auch nach 65 Jahren jederzeit losgehen, auch wenn das unwahrscheinlich ist. Um die Bombe unschädlich zu machen, musste sie noch am Abend gesprengt werden.

Ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg mit einem ähnlichen Zünder ist im Juni 2010 in Göttingen explodiert und kostete drei Einsatzkräften das Leben. Der Blindgänger explodierte, bevor Einsatzkräfte mit der Entschärfung beginnen konnten.

Radius von 1000 Metern wurde evakuiert

Bis 18.15 Uhr waren die Anwohner in einem Sicherheitsbereich mit einem Radius von 1000 Metern um den Fundort evakuiert worden. Die Feuerwehr forderte die betroffenen Einwohner per Lautsprecherdurchsagen zum Verlassen ihrer Wohnungen auf.

Außerdem zogen Feuerwehr und Polizei in kleinen Trupps durch die Straßen der betroffenen Anwohner, um zu kontrollieren, dass sie ihre Häuser verlassen haben. Insgesamt waren 350 Einsatzkräfte der Feuerwehren, der Polizei und der Hilfsdienste im Einsatz.

Auch Autobahn 2 gesperrt

Die Autobahn 2 war zwischen dem Autobahnkreuz Braunschweig-Nord und der Anschlussstelle Braunschweig-Ost voll gesperrt. Auch die Zugverbindung Richtung Uelzen war betroffen. Am Flughafen ging nichts mehr.

Die Einsatzkräfte richteten das Lessinggymnasium in Wenden als Notunterkunft her, die ungefähr 70 betroffene Anwohner aufsuchten. Die Verkehrs-AG richtete einen Buspendelverkehr von den Haltestellen in Bienrode ein. Bettlägerige Personen oder deren Angehörige konnten einen Krankentransport bestellen. Viele Betroffene brachten sich aber einfach mit dem Auto in sichere Entfernung und harrten der Dinge.

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