Übertherapie bei Brustkrebs kann vermieden werden

Braunschweig  Mit Hilfe des Fördervereins konnte das Klinikum ein Gerät für einen neuen Gentest zur Risikoabschätzung bei Brustkrebspatientinnen anschaffen.

Das Klinikum Braunschweig verfügt über ein Gerät für einen Gentest, der Daten zur Risikoabschätzung bei Brustkrebspatientinnen liefert.

Foto: Sierigk

Das Klinikum Braunschweig verfügt über ein Gerät für einen Gentest, der Daten zur Risikoabschätzung bei Brustkrebspatientinnen liefert. Foto: Sierigk

Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen. Jedes Jahr erkranken 60.000 Frauen in Deutschland neu daran. Mittlerweile ist der Krebs oft heilbar. Einen großen Erfolg daran trägt die Chemotherapie. Vor der Behandlung mit diesen Zellgiften fürchten sich viele Patientinnen wegen manchmal starker Nebenwirkungen und negativen Spätfolgen. Sehr wichtig ist es daher, dass nur die Patientinnen eine Chemotherapie bekommen, die auch wirklich einen Nutzen von der Behandlung haben.

Einen Meilenstein in der Bestimmung der Prognose ist ein neuer Gensignaturtest, den das Institut für Pathologie im Klinikum Braunschweig unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Konrad Donhuijsen als erstes in Niedersachsen anbietet. „Für etwa 30 Prozent der betroffenen Frauen kann eine Übertherapie dadurch vermieden werden“, erklärt Dr. Heiko Franz, Chefarzt der Frauenklinik. Er stellte den sogenannten Endo-Predict-Test, dem sich in zwei Studien mehr als 1700 Patientinnen unterzogen, gemeinsam mit Donhuijsen und Prof. Dr. Florian Lordick, Chefarzt der Medizinischen Klinik III (Hämatologie, Onkologie), vor.

Die Kosten für das Gentest-Gerät in Höhe von rund 59.000 Euro hat der Förderverein des Klinikums übernommen. „Glücklicherweise haben wir mit der Familie Staake einen großzügigen Sponsor für eine Spende von 40.000 Euro gefunden“, freut sich die Vorsitzende Christine Wolnik. Der Verein hofft, auch die Restsumme über Spenden finanzieren zu können.

Der medizinische Meilenstein wird im Rahmen einer Vortragsveranstaltung am Donnerstag, 8. März, um 19 Uhr im großen Saal des Bildungszentrums in der Naumburgstraße 15 vorgestellt. Es referieren rund um das Thema „Wie ein Gentest die Brustkrebstherapie verändert“: Dr. Ralf Kronenwett, Firma Sividon Diagnostics, Köln, Dr. Heiko B.G. Franz, Chefarzt der Frauenklinik, und Prof. Dr. Florian Lordick, Chefarzt der Medizinischen Klinik III.

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